Aufgabe?

Gewiß, es ist nicht zu erkennen, worin denn die Aufgabe liegen könnte, der ich mich nun – frei geworden von den gegebenen Anforderungen des Stroms aus der Vergangenheit – mit der notwendigen Begeisterung widmen könnte. Bin ich es aber selbst, der hier vielleicht erstmal beginnen könnte sich zu leben, so ist es ganz selbstverständlich, dass ich diese Aufgabe nicht im tradierten Sinn erkennen kann. Er-leben kann ich sie vielleicht, aber dann erst im Vollzug, nachdem ich mit ihr begonnen habe zu leben. Ich stelle mir die Aufgabe selbst im selbst-verständlichen Darleben meiner Impulse.
Was aber tun, zum Motiv meiner Handlungen erwählen? Nun, dasjenige in die Welt stellen, worin ich selbst lebe. Den Selbst-Vollzug gewissermaßen als Aktion des Weltenselbstes bilden, ins Bild bringen. Dieser Selbst-vollzug ist aber Freiheit und Liebe in einem. Er hat keinen Vorläufer, kein prägendes Gegebenes außer meiner selbst – und ich bin mir nicht gegeben, denn ich gebe mich mir selbst auf diesem Weg.
Und was keine Veranlassung hat zu seinem Tun, keine Not zu handeln, das kann nur aus Liebe handeln. Nicht aus Liebe zu irgendeinem existierenden oder zu erzeugenden Gegebenen allerdings; das wäre nicht Liebe, sondern Haben-Wollen.
Liebe kann erst genannt werden jener Vollzug, der sich um seiner selbst willen ereignet und daher kein Motiv, keinen Anstoß, kein Gebot und keinen Lohn erträgt – nur aus sich selbst sich vollzieht.
In meinem Fall bin ich selbst mein Motiv, mein Ziel, und mein Selbst-Vollzug in einem: die Schöpfung aus dem Nichts, in Freiheit und Liebe, Gott gleich und doch von ihm erschaffen, ihn im Weltgeschehen erst entstehen lassend.
Wie war das? Lebe ganz dem Augenblick, bereit zu tragen was auch immer er dir bringen mag!


Wie so viele Wege bin ich gegangen –
Und es brachen die Brücken hinter mir
Unterm Fuß,
Und das Volk lachte
Aus sicheren Höhlen.

Ging dorthin wo Nichts grenzt an Nichts,
Raum endet –  Zeit verlischt.

In Himmelswüste
welkten die Sterne

Doch das Geschwätz der Ratten
endete nicht.

Sprach des toten Gottes steinernes Bild
in der geweihten Höhle.

Blaudiamanten –
der anderen Sonne Antlitz
Wo warst denn du –
        meine holde Geliebte
als ich aß
Steine?

(Text: Em Huisken 2013; Gedicht: Helmut Siegfried Unbehoven)

 

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