{"id":4372,"date":"2024-06-05T11:28:04","date_gmt":"2024-06-05T10:28:04","guid":{"rendered":"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/?p=4372"},"modified":"2024-06-05T11:28:05","modified_gmt":"2024-06-05T10:28:05","slug":"aspekte-geisteswissenschaftlicher-erkenntnisweg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/2024\/06\/aspekte-geisteswissenschaftlicher-erkenntnisweg\/","title":{"rendered":"Aspekte des geisteswissenschaftlichen Erkenntnisweges"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4372?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Print Content\" \/><span class=\"pdfprnt-button-title pdfprnt-button-print-title\">F\u00fcr l\u00e4ngere Texte empfehle ich vorherigen Ausdruck<\/span><\/a><\/div>\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was ist der \u201egeisteswissenschaftliche Erkenntnisweg\u201c?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer \u00fcber Erkenntnis sprechen will, tut gut daran, sich vorab dar\u00fcber zu verst\u00e4ndigen, was ihm Erkenntnis sein soll. Was sind die Bedingungen dieses Geschehens? Wer agiert hier, mit welchem Ziel? Kann er das \u00fcberhaupt leisten, was er da anstrebt?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun, wer etwas erkennen will, kennt dieses Etwas ja noch nicht. Es ist von ihm getrennt, nicht mit ihm verbunden, eben ein \u201eEtwas\u201c, das im Bewusstsein des Erkenners durch seine T\u00e4tigkeit erst erschaffen wird, als Er-kanntes. Wer es erkennt, nimmt es in sich auf, macht es zum Bestandteil des eigenen, bewussten Seins, aber immer so, dass es ihm ein selbst\u00e4ndiges, aus eigenen Bedingungen heraus Existierendes bleibt. Sonst m\u00fcsste es ja auch nicht erkannt werden, wenn es keine eigenen, f\u00fcr sich g\u00fcltigen Existenzbedingungen h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir das zun\u00e4chst so hin. Warum ist aber dann ein <em>Weg<\/em> mit der Erkenntnis verbunden? Ist denn Erkenntnis nicht einfach nur ein Zusammenordnen von Wahrnehmung des Etwas und dem dazu geh\u00f6rigen Begriff? Aber: was ich schon kenne, weil ich den dazugeh\u00f6rigen Begriff schon habe, das brauche ich nicht mehr zu er-kennen. Ich habe es n\u00e4mlich schon erkannt. Was ich aber zu tun habe, um ein wahrgenommenes Unerkanntes in ein Erkanntes im Bewusstsein zu transformieren, das ist eben das Gehen eines (geistigen, inneren) Weges. Und alles, was ich selber t\u00e4tig vollf\u00fchre, ver\u00e4ndert mich selbst, meine Wahrnehmungen und Gedanken, die sich in mein Wesen als ein Erlebtes \u2013 ja, <em>Durchlebtes<\/em> \u2013 eingraben, mit ihm verbinden, es bereichern und entwickeln helfen. Ich \u2013 mit dem Neu-Erkannten im Bewusstsein \u2013 bin ein anderer als vor diesem Vorgang; nicht nur der<em> Inhalt<\/em> meines Bewusstseins hat sich ge\u00e4ndert, sondern auch<em> mein Bewusstsein, also ich.<\/em> Das ist gemeint mit dem Wort: Erkenntnisweg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ist dann aber der <em>geisteswissenschaftliche<\/em> Erkenntnisweg? Was wir kennen aus der Naturwissenschaft, das ist die Wahrnehmung eines Gegebenen in der Sinneswelt und die Erkl\u00e4rung dieses Gegebenen entweder durch spontane weitere Wahrnehmungen oder durch kontrolliert im Experiment erzeugte Wahrnehmungen, die mir zur Erkl\u00e4rung des ersten Wahrgenommenen dienen sollen. Ich handele also immer auf einem Felde, wo ich Sinneswahrnehmungen als Tatsachen vorliegen habe, die dann zur \u00dcberpr\u00fcfung und gegebenenfalls zur Korrektur meiner Erkl\u00e4rung herangezogen werden k\u00f6nnen. Das macht eben gerade das Wissenschaftliche aus, dass Tatsachen vorliegen, anhand derer das zur Erkl\u00e4rung von mir Gedachte \u00fcberpr\u00fcft werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun aber: <a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/geisteswissenschaft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Geistes<\/em>wissenschaft<\/a>? Der Geist ist doch gerade ein Nicht-Etwas, Nicht-Wahrnehmbares f\u00fcr unsere gegebenen Sinne. Und Geist ist eben dasjenige, was den Inhalten der Sinneswahrnehmung als Erkenner und Wahrnehmer gegen\u00fcbersteht, also ich. Wie kann derjenige, der nun gerade als Geist-Anteil im Erkenntnisvorgang <em>agiert<\/em> und dabei f\u00fcr seinen Weg (siehe oben) immer ein gegebenes, unerkanntes Wahrgenommenes braucht, sich selbst erkennen als derjenige, der diesen Weg durchlebt? Er ist doch gerade der Wahrnehmer und Durchleber, und wenn er sich selber ins Bewusstsein treten will, kann er dies zun\u00e4chst nur gleichsam als eine Art \u201eHohlform\u201c, die sich selbst nur in den r\u00fcckblickend betrachteten Wirkungen ihres Tuns als Vorstellung ihres vormaligen Seins anschauen kann. <em>Dabei durchlebt sie aber den durchlaufenen Weg wiederum<\/em>, nur mit einem anderen Inhalt (jetzt dem inneren Bild des r\u00fcckblickend betrachteten Erkenntnisvorganges), und kann dabei \u2013 wenn alles gen\u00fcgend ge\u00fcbt ist und nach Wunsch gelingt \u2013 zum Erlebnis der <em>Identit\u00e4t von Inhalt und Form<\/em> der Erkenntnis gelangen. Eben dieses Erlebnis ist dann der Orientierungspunkt, von dem aus der gegangene Weg \u00fcberpr\u00fcft werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier tritt das Denken als T\u00e4tigkeit, betrachtet im inneren Bild der Wirkungen seines Tuns, selber in die innere Beobachtung. Damit ist bereits eine erste geisteswissenschaftliche Erkenntnis errungen, zugleich mit einer geistigen Schau; denn was hier Beobachtungsgegenstand ist, ist unabh\u00e4ngig von \u00e4u\u00dferen Sinnes-Beobachtungen, existiert nur geistig im Bewusstsein und von dessen Gnaden, genauer: durch meine seelische Anstrengung, die ich daf\u00fcr von der Leitung durch das \u00e4u\u00dfere Sinnesleben loszurei\u00dfen habe, und insofern dies Losrei\u00dfen gelingt. Und \u2013 das sei auch gesagt \u2013 nur, solange die Anstrengung aufrecht erhalten wird. Nur solange man es hervorbringt, kann das Erlebnis im Geiste existieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist ein Anfangspunkt des geisteswissenschaftlichen Erkenntnisweges markiert. Insofern <em>Seele und Geist Tatsachen<\/em> sind, die keine spezifische \u00e4u\u00dfere Sinneswahrnehmung zu ihrer Existenz ben\u00f6tigen, nur eben das Vorhandensein einer \u201eSinneswelt\u201c allgemein, wenn sie ihrer selbst bewusst werden wollen als gerade eben Nicht-Sinnliches, sind Seele und Geist im Menschen Vorbedingung jeder Erkenntnis. Erkenntnis kann insofern nur vom Menschen ausgehen und als Geisterkenntnis und Geisteswissenschaft ohne den erkennenden Menschen gar nicht existieren. Geisteswissenschaft ist insofern unvermeidlich zugleich Wissenschaft \u2013 oder \u201eWeisheit\u201c \u2013 vom Menschen, und Bedingung seiner selbstbewussten geistigen Existenz<a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a>. Der erkennende Mensch existiert also im Bewusstsein gar nicht, solange er seine Nicht-Existenz als Bewusstseins-Inhalt sich nicht bewusst macht. Sonst redet er \u00fcber irgendwie ihm zugekommene abstrakte (also von der Wirklichkeit <em>abgezogene<\/em>) Denkinhalte, die er mit sich selber nicht in Identit\u00e4t erlebt, und daher erst wieder \u2013 erkennen muss. Hier liegt viel Tiefes verborgen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Welche Bedeutung hat <a href=\"https:\/\/anthrowiki.at\/Rudolf_Steiner\">Rudolf Steiner<\/a> dabei?<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bis hierher sind wir gekommen vermeintlich ohne Rudolf Steiner, den Urheber der gegenw\u00e4rtigen Geisteswissenschaft. Vermeintlich: denn in der Geistesgeschichte der Menschheit (und damit auch meiner, mehr oder weniger unbewusst) hat es Rudolf Steiner ja zweifellos gegeben, und er ist in der \u00d6ffentlichkeit aufgetreten als Autor von B\u00fcchern, als Vortragsredner, K\u00fcnstler und in vielf\u00e4ltigen anderen Funktionen seines zeitgen\u00f6ssischen Geisteslebens. Nachdem wir bereits feststellen konnten, dass die <em>geistige Existenz<\/em> des Menschen nur insofern von dem Vorhandensein einer sinnlich-materiell aufgefassten Au\u00dfenwelt abh\u00e4ngig ist, als er diese braucht, um sich seiner selbst als Geistiges, also gerade \u00fcbersinnliches Wesen bewusst zu werden, und sich dadurch bewusst auf sich selbst stellen zu k\u00f6nnen; nachdem also daraus hervorgeht, dass geistige Existenz auch unabh\u00e4ngig von einer gegebenen Au\u00dfenwelt m\u00f6glich ist, besteht kein Anlass mehr, die geistige Existenz dessen, was Rudolf Steiner denkend und \u00fcbersinnlich schauend erkannt hat, auf das \u00e4u\u00dferlich Wahrnehmbare zu beschr\u00e4nken. Rudolf Steiners Welt-Anschauung und ihre Begr\u00fcndung sind geistig also vorhanden und k\u00f6nnen wirken, ohne dass dazu zwingend eine <em>\u00e4u\u00dfere<\/em> Begegnung mit ihren Wirkungen erforderlich ist; solche Wirkungen k\u00f6nnen auch geistig-seelisch sein. Wer oder was also ist es, der oder das uns zu solchen Gedanken \u00fcber Erkenntnis veranlasst, wie wir sie zuvor angestellt haben und weiter anstellen wollen?<a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/grafik.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"452\" src=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/grafik.png\" alt=\"Leits\u00e4tze \u2013 Erkenntnisweg\" class=\"wp-image-4375\" style=\"width:165px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/grafik.png 300w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/grafik-199x300.png 199w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/grafik-186x280.png 186w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/grafik-252x380.png 252w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/grafik-200x301.png 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht umsonst hei\u00dft es im ersten der sogenannten \u201e<a href=\"https:\/\/steiner.wiki\/GA_26\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Anthroposophischen Leits\u00e4tze<\/a>\u201c, die mit dem Untertitel \u201eDer Erkenntnisweg der Anthroposophie\u201c ver\u00f6ffentlicht wurden:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eAnthroposophie ist ein Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall f\u00fchren m\u00f6chte. Sie tritt im Menschen als Herzens- und Gef\u00fchlsbed\u00fcrfnis auf. Sie muss ihre Rechtfertigung dadurch finden, dass sie diesem Bed\u00fcrfnisse Befriedigung gew\u00e4hren kann.\u201c<a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich lese darin: Anthroposophie ist also keinesfalls bloss eine Sammlung von Inhalten, die man zur Kenntnis nehmen kann wie eine Blume, einen Stein oder einen M\u00fcckenschwarm, sondern sie ist <em>zugleich<\/em> der Weg zur Erlangung solcher Inhalte selbst, indem sie den Menschen, der sie bemerkt, innerlich veranlasst, sich ihr in der Welt \u2013 ihrer weltlichen Erscheinung also \u2013 zuzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tut der Mensch das, findet er dort, in der Welt, die Schriften Rudolf Steiners, die Drucke der Mitschriften seiner Vortr\u00e4ge und vieles mehr. In der Auseinandersetzung damit kann man sehr schnell an die Grenzen der eigenen Auffassungsm\u00f6glichkeiten kommen, und dies in zweierlei Weise.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Einerseits<\/em> kann man Mitteilung von einer Vielzahl durch Rudolf Steiner erkannter Inhalte erlangen, denen gegen\u00fcber man die eigene Unf\u00e4higkeit, sie unmittelbar wahrzunehmen, konstatieren muss. Dem <em>einzelnen Inhalt<\/em> gegen\u00fcber scheint man also zum Glauben gezwungen, wenn man diesen Inhalt nicht rundweg f\u00fcr Phantasterei halten will. Dieser Zwang zum Glauben existiert aber nicht. Nimmt man n\u00e4mlich diese Inhalte zun\u00e4chst als unbest\u00e4tigt hin und folgt dann weiter den Darstellungen Rudolf Steiners, so kann man finden, dass diese so gestaltet sind,<em> dass das Eine das Andere st\u00fctzt und tr\u00e4gt<\/em>. Dieses St\u00fctzen und Tragen ergibt sich aber nur aus den Darstellungen Rudolf Steiners selbst, und zwar dann, wenn man diese unvoreingenommen nachzuvollziehen sucht. Durch solches Nachvollziehen \u2013 das sagt Rudolf Steiner selber oft genug \u2013 begibt man sich also bereits auf den Erkenntnisweg, indem man in der eigenen nachdenkenden T\u00e4tigkeit sich nach und nach in den diese Darstellungen schaffenden und gestaltenden Geist Rudolf Steiners hineinarbeitet, diesen in sich aufnimmt und so nach und nach sich zu Bewusstsein bringen kann in der Selbstbeobachtung (siehe oben). Nach einiger \u00dcbung wird man es im Umgang mit Rudolf Steiners Schilderungen zun\u00e4chst ahnend hier und da zum oben genannten Erlebnis der<em> Identit\u00e4t von Inhalt und Form <\/em>bringen k\u00f6nnen, das einem dann zum Garant f\u00fcr die Wahrheit des Erkannten werden kann. Es muss also \u2013 das ist nochmals zu betonen \u2013 nichts geglaubt werden; Rudolf Steiner weist auch immer wieder darauf hin, dass alles <em>unbefangen <\/em>\u00fcberpr\u00fcft werden soll, nichts geglaubt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine besondere, notwendige Rolle spielt dabei die oftmals als \u201eschwierig\u201c erlebte Stilisierung der Sprache Rudolf Steiners; gerade sie bewirkt aber die konkrete <em>Wegleitung <\/em>der Erkenntnis. Diese Stilisierung ist also als notwendig von Steiner bewusst so gestaltet, und oft genug in ihrer Bedeutung von Rudolf Steiner selber beschrieben worden (siehe dazu auch den folgenden Abschnitt).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Andererseits<\/em> kann man sich direkt Rudolf Steiners Darstellungen der f\u00fcr das Auffinden der Wahrheit notwendigen Erkenntnisweise und ihrer Bedingungen<a href=\"#sdfootnote4sym\" id=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a> zuwenden, und diese dann nachzuvollziehen suchen, sich sozusagen direkt Rudolf Steiners Denkweg im Betrachten des eigenen Vollzuges als Leser zum Beobachtungsgegenstand zu machen. Wer diesen Weg gehen will, findet sich ohne weitere Umschweife mit der eigenen Erkenntnisohnmacht konfrontiert: Leser dieser Schriften sind entweder gen\u00f6tigt, daran immer wieder aus dem Verfolgen der von Rudolf Steiner dargebotenen Gedankeng\u00e4nge unmittelbar zur Beobachtung des eigenen denkenden Nachvollzuges dieser Gedankeng\u00e4nge aufzusteigen, oder er <em>kann<\/em> diese Gedankeng\u00e4nge nur missverstehen \u2013 oder einfach <em>gar nicht verstehen<\/em>: \u201eDas hat man eben nicht mitgemacht, die \u00abPhilosophie der Freiheit\u00bb anders zu lesen, als andere B\u00fccher gelesen werden. Und das ist es, worauf es ankommt, und das ist es, worauf jetzt in aller Sch\u00e4rfe hingewiesen werden muss, weil sonst einfach die Entwickelung der Anthroposophischen Gesellschaft ganz und gar zur\u00fcckbleibt hinter der Entwickelung der Anthroposophie. Dann muss die Anthroposophie auf dem Umwege durch die Anthroposophische Gesellschaft von der Welt ja g\u00e4nzlich missverstanden werden, und dann kann nichts anderes herauskommen als Konflikt \u00fcber Konflikt!\u201c<a href=\"#sdfootnote5sym\" id=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Konflikte innerhalb und im Zusammenhang mit der anthroposophischen Gesellschaft sind ja auch unmittelbar vielf\u00e4ltig entstanden, nachdem Rudolf Steiner am 30. M\u00e4rz 1925 verstorben war; sie sind ein Zeichen daf\u00fcr, dass es mit diesem \u201eanders lesen\u201c offenbar selbst bei langj\u00e4hrigen Anthroposophen nicht nach Wunsch gelaufen war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer also insbesondere Rudolf Steiners \u201ephilosophische\u201c Werke (f\u00fcr die anderen Schriften gilt dies \u2013 teilweise modifiziert \u2013 ebenfalls) <em>ohne<\/em> die kritische Infragestellung des eigenen, mitgebrachten Vorverst\u00e4ndnisses und damit <em>ohne<\/em> die Beobachtung des eigenen lesenden Erkenntnisweges versucht aufzunehmen, <em>muss<\/em> sie missverstehen. Das ist ja auch vielf\u00e4ltig geschehen und geschieht weiter, und dies ist daf\u00fcr verantwortlich, dass Anthroposophie in weitestem Umfang nicht als ein geisteswissenschaftlicher Erkenntnisweg, sondern als eine Art esoterisches Glaubenssystem oder eine sektiererische Bestrebung wahrgenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sich unmittelbar mit der eigenen Erkenntnisohnmacht zu konfrontieren und <em>dadurch<\/em>, mittels erheblicher intellektueller Anstrengung, zum Erlebnis unmittelbarer Wahrheit durchzustossen, erfordert einigen in gewissem Sinne \u201ek\u00e4mpferischen\u201c Erkenntniswillen, und vor allem Mut und Durchhaltekraft.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Mysterium des Geistes, Mysterium des ICH<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie sich aus dem Vorstehenden ergibt, st\u00fctzen und erg\u00e4nzen sich die beiden Ausgangspunkte, von denen aus der Interessent sich in den Weg der Anthroposophie hineinbegeben kann. Die Konfrontation mit den eigenen, mitgebrachten Lese- und Erkenntnismethoden ist immer in gewissem Sinne n\u00f6tig; sie ist ein notwendiges Kennzeichen <em>jedes <\/em>ernsthaften Studiums der Anthroposophie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie f\u00fchrt aber im einen Fall, durch den (vorl\u00e4ufigen, bewussten) Verzicht auf die Best\u00e4tigung der Wahrheit des Dargestellten, durch die Bereitschaft also, zun\u00e4chst die eigentliche, im Gesamtbilde des Aufgenommenen verborgen (\u201eokkult\u201c, \u201egeheim\u201c) bleibende Wahrheit erst erkennen zu wollen, wenn man sich dazu reif gemacht hat, zum Erlebnis n\u00e4mlich der Anthroposophie als einer in der individuellen Sinneswelt sich auslebenden Schicksalsmacht, deren Ursprung und Ziel letztlich im Menschen denken zu lernen Aufgabe des Lernenden, des \u201eGeheimsch\u00fclers\u201c wird. Der Weg f\u00fchrt also zun\u00e4chst vom Nachdenken der Darstellungen Rudolf Steiners zu inneren Bildern, in deren denkendem Nachbilden der Mensch nach und nach zum Erleben der Wahrheit des Geistes gef\u00fchrt wird. Im Denken dieser geistigen Welt tritt der Mensch schlie\u00dflich innerlich vor das Mysterium Gottes.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im anderen, zweiten Fall ist die unmittelbare Begegnung mit dem Ich im eigenen Tun der Ausgangspunkt, von dem aus dann das Leben in all seinen Einzelheiten zum R\u00e4tsel wird und den Denker veranlasst, geleitet durch diese Selbstbegegnung im Denken sich nach und nach in die Entwicklungsbedingungen der Weltereignisse hineinzudenken, bis er endlich sich selbst im Weltgeschehen erleben lernt. Das eigene Denken, das sich im Ich darlebt, wird so zum Mysterium: \u201eIm Denken steht der Mensch im Elemente des Ursprungs der Welt, hinter dem etwas anderes zu suchen als sich \u2013 den Denker \u2013 selbst, f\u00fcr den Menschen keine Veranlassung besteht.\u201c<a href=\"#sdfootnote6sym\" id=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a> Mit diesen Worten fasste Karl Ballmer, ein herausragender Sch\u00fcler Rudolf Steiners, die Essenz der Anthroposophie in einen Satz, der einem selber zum Mysterium werden kann.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Ausgangspunkt Ich-Mensch<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man ersieht aus dem Dargestellten, dass f\u00fcr die Erlangung wahrer Geist-Erkenntnis, die sich ja orientieren muss an dem Erlebnis der <em>Identit\u00e4t von Inhalt und Form<\/em> im Erkennen der Anthroposophie, indem dabei der eigene Erkenntnisprozess im Umgang mit Rudolf Steiners Schriften als Ausdruck des \u201eErkenntnisweges Anthroposophie\u201c zu seinem eigenen Erkenntnisinhalt wird \u2013 dass also der Mensch zur Erlangung von Geist-Erkenntnis eine strenge Kontrolle \u00fcber sein eigenes Tun erlangen muss, im Denken wie im Handeln. Ich erkenne in einem von mir nachvollzogenen Denkweg nicht dasjenige, was vom mich dabei leitenden Denker ausgeht, wenn ich nicht gleichzeitig meine gewordenen Denk- und Lebensgewohnheiten, die sich \u00fcber die in Frage stehende Wahrnehmung hermachen wollen, als solche erkenne und aus dem Prozess eliminieren oder bewusst als hilfreiche St\u00fctze in ihn integrieren kann. Das ist ja gerade die Forderung der Wissenschaftlichkeit, die vom Wissenschaftler fordert, dass er seinen eigenen Einfluss auf das Erkennen im Bewusstsein hat und daf\u00fcr sorgt, dass dieser Einfluss das Geschehen weder verzerrt noch zu vorbestimmten Ergebnissen lenkt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Naturwissenschaft geschieht dies im Aufbau von Experimenten, die alle nicht zur Sache geh\u00f6renden Einfl\u00fcsse ausschalten sollen; nur leider folgt die heutige Wissenschaft einem nicht bewusst gehandhabten Dogma: dass eben <em>nur<\/em> das \u00e4u\u00dferlich sinnlich Wahrnehmbare z\u00e4hle, <em>nicht<\/em> aber ein unw\u00e4gbares Geistiges. Indem diese Weltanschauung selber ein solches \u201eUnw\u00e4gbares\u201c ist, schlie\u00dft sie sich selbst durch dieses Dogma absichtlich von der Betrachtung aus, und kann daher umso ungest\u00f6rter im Verborgenen w\u00fcten und Erkenntnisprozesse und -ergebnisse verzerren oder verhindern. Geisteswissenschaft vermeidet dieses Dogma, und kann so zur einer Grundlage wirklicher Wissenschaft werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist zwischen den beiden Arten des anthroposophischen Erkenntnisweges lediglich der Unterschied, <em>an welcher Stelle<\/em> im Ganzen des Menschenwesens die Selbsterziehung ansetzt: beim <em>eigenen Denken in seiner Verwahrlosung<\/em> (was man nicht beachtet, geht seiner eigenen Wege, siehe oben) oder bei der eigenen <em>\u00e4u\u00dferen Lebensf\u00fchrung in der Auseinandersetzung mit dem Lebensschicksal <\/em>(auch hier gilt: was man nicht bewusst beachtet, verwahrlost). F\u00fcr das Erste gibt Rudolf Steiner Beispiele und innere Beobachtungsobjekte in seinen Schriften, f\u00fcr das Zweite gibt es detaillierte Anweisungen in diversen B\u00fcchern, zentral in dem Werk \u201eWie erlangt man Erkenntnisse der h\u00f6heren Welten?\u201c<a href=\"#sdfootnote7sym\" id=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a> Gleich bleibt, dass es dabei immer um selbstgewollte und energisch vorangetriebene Selbsterziehung geht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der innere Gegensatz: Elfenbeinturm und seichtes Geschw\u00e4tz<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass es sich beim Betreten des geisteswissenschaftlichen Erkenntnisweges nicht um einen Nachmittagsspaziergang, sondern schneller als man denkt um ein Ringen um (inneres) Leben und Sterben handelt, liegt nicht allein in der Tatsache begr\u00fcndet, dass man zu vielen liebgewordenen Denk- und Lebensgewohnheiten \u2013 bei sich selber und bei Anderen \u2013 bald in einen Gegensatz ger\u00e4t. Der Erkenntnisweg hat n\u00e4mlich, wie schon gesagt, zwei sehr unterschiedliche Ansatzpunkte, die einander zun\u00e4chst auszuschlie\u00dfen scheinen, bis in ein gegenseitiges Aburteilen, ja Einander-Bek\u00e4mpfen von doch eigentlich nach dem selben \u2013 der Geisteswissenschaft n\u00e4mlich \u2013 strebenden Menschen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund daf\u00fcr ist, dass dem Menschen die anthroposophische Geisteswissenschaft aus zwei einander polar gegen\u00fcber stehenden Quellen entgegentritt: der innere <em>Frage<\/em> und dem als <em>Antwort<\/em> erlebten Weltereignis der Anthroposophie Rudolf Steiners. Dass beide demselben <em>Geist<\/em> entstammen, darauf wurde schon hingewiesen. Wer sich nun auf die Suche nach der geisteswissenschaftlichen Wahrheit macht, wird gem\u00e4\u00df den Bedingungen seiner individuellen irdischen Pers\u00f6nlichkeit an der einen oder der anderen Seite ansetzen \u2013 eben der <em>Frage<\/em> oder der <em>Antwort<\/em> \u2013, was mit der Gefahr verbunden ist, den Sucher, der den jeweils anderen polaren Ansatzpunkt bevorzugt, in seinem Bem\u00fchen zu verkennen. Ich will versuchen, diese Gefahr hier wenigstens ansatzweise zu erl\u00e4utern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich gehe daf\u00fcr aus von einer Aussage Rudolf Steiners in seinem Buche \u201eTheosophie. Einf\u00fchrung in \u00fcbersinnliche Welterkenntnis und Menschenbestimmung\u201c<a href=\"#sdfootnote8sym\" id=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a>, die sich unmittelbar auf die Art bezieht, wie der Leser mit dem Buch umgeht:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWie man B\u00fccher in unserem Zeitalter zu lesen pflegt, kann dieses nicht gelesen werden. In einer gewissen Beziehung wird von dem Leser jede Seite, ja manchen Satz erarbeitet werden m\u00fcssen. Das ist mit Bewusstsein angestrebt worden. Denn nur so kann das Buch dem Leser werden, was es ihm werden soll. Wer es bloss durchliest, wird es gar nicht gelesen haben. Seine Wahrheiten m\u00fcssen erlebt werden. Geisteswissenschaft hat nur in diesem Sinne einen Wert.\u201c<a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer diesen Absatz genau liest, wird ja sofort mit einer Unm\u00f6glichkeit konfrontiert. Da steht: was du, Leser, gerade tust, n\u00e4mlich dieses Buch zu lesen, das kannst du gar nicht, es sei denn du siehst dich als die gro\u00dfe Ausnahme an, als Leser n\u00e4mlich, der nicht so liest, <em>\u201ewie man B\u00fccher in unserem Zeitalter zu lesen pflegt\u201c<\/em>. Da stellt sich doch die Frage: bin ich denn eine solche Ausnahme, und falls ja, woran kann ich das erkennen? Und: warum schreibt Rudolf Steiner dieses Buch so, dass man es \u201enormalerweise\u201c gar nicht lesen kann?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun sind bei einem geisteswissenschaftlich \u201einfizierten\u201c Menschen, einem also, der sich von solch einem Satz eher anregen l\u00e4sst, der Sache auf den Grund zu gehen und nicht \u2013 wie es ohne diese \u201eInfektion\u201c leicht geschieht \u2013 das Buch als ein Unsinnsprodukt beiseite legt; bei einem standhaften Anthroposophie-Sucher sind nun also zwei ganz verschiedene Reaktionen m\u00f6glich<a href=\"#sdfootnote10sym\" id=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Man kann seinen eigenen Leseprozess denkend zu untersuchen beginnen, mit der Absicht, zu entdecken, was denn mit dem <em>\u201ewie man B\u00fccher in unserem Zeitalter zu lesen pflegt\u201c<\/em> und dem <em>\u201ein einer gewissen Beziehung &#8230; <\/em><em><u>erarbeitet<\/u><\/em> <em>werden m\u00fcssen\u201c<\/em> genau gemeint ist, von dem Rudolf Steiner da spricht<a id=\"sdfootnote11anc\" href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a>, und dar\u00fcberhinaus dieses \u201eErarbeiten\u201c dann auch nach Kr\u00e4ften zu er\u00fcben; man will doch schlie\u00dflich dieses Buch Rudolf Steiners genau lesen und so verstehen, was Rudolf Steiner da mitteilt an \u00fcbersinnlichen Tatsachen.<\/li>\n\n\n\n<li>Man kann diese Passage aber auch als eine Art \u201eWarnung\u201c vor konventionellen, eige\u00fcbten Missverst\u00e4ndnissen zur Kenntnis nehmen und sich klarmachen, dass alles, was man dem Buch mit den M\u00f6glichkeiten, die man hat, glaubt entnehmen zu k\u00f6nnen, zun\u00e4chst nur als etwas Vorl\u00e4ufiges, Unsicheres aufgenommen werden kann, dessen Wahrheit oder Unwahrheit sich erst im Laufe der Zeit erweisen kann, nach wiederholtem Lesen, wenn man beginnt, f\u00fcr sich in den aufgenommenen Schilderungen so zu leben, wie man eben auch im Umgang mit dem eigenen Schicksal leben muss, das man ja auch oftmals erst Jahrzehnte nach einem Ereignis richtig verstehen und f\u00fcr sich fruchtbar machen kann. Hier findet dann das \u201eErarbeiten\u201c im Lebens- und Schicksalsgang statt, in den inneren Ver\u00e4nderungen, die man durch die Aufnahme der Darstellungen in den eigenen Lebensgang durchzumachen hat.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der erste der Ans\u00e4tze geht unmittelbar auf die wache, bewusst denkende Untersuchung des eigenen Tuns im Umgang mit dem gegebenen Textobjekt aus \u2013 er vertieft die <em>Frage<\/em>, die der Leser dem Text entgegenbringt. Was <em>will <\/em>ich da eigentlich herauslesen? Steht das dort \u00fcberhaupt so? Findet mein \u201eHerzens- und Gef\u00fchlsbed\u00fcrfnis\u201c, das mich doch zu meiner Zuwendung zu diesem anthroposophischen Buch veranlasst, in dem, was ich da herauslese, seine Rechtfertigung? Lese ich da \u00fcberhaupt das Richtige heraus? Auf was werde ich aufmerksam, wenn ich mich in solche Fragen vertiefe? Man wird so unmittelbar in eine Beobachtung der eigenen Denkprozesse beim Lesen versetzt, wenn man die n\u00f6tige Unvoreingenommenheit und Selbstkritik mitbringt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer so vorgeht, wird bei gen\u00fcgend denkerischer Konsequenz die S\u00e4tze, in die er sich so vertieft, mit einer gewissen Endg\u00fcltigkeit und vor allem Sicherheit verstehen lernen; er beobachtet sich im Denken ja selbst und wei\u00df darum, wie er zu seinen Einsichten kommt. Wer aber gab ihm dieses innere Urteilsverm\u00f6gen, zu entscheiden, was da <em>wirklich<\/em> steht und was nicht? Und, wenn er diese Macht in seinem Schicksal findet, wie kann er dann darin frei werden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite angedeutete M\u00f6glichkeit bleibt bei den inneren Bildern stehen, die durch den zun\u00e4chst naiven Durchgang durch die Schilderungen von Rudolf Steiner im Leser entstehen k\u00f6nnen. Je mehr sich ein solcher Leser in diese Bilder einlebt, desto mehr wird er auch damit umzugehen lernen und sich selber dabei ver\u00e4ndern, vielleicht auch dar\u00fcber sprechen. Realisiert er aber weiterhin die \u201eWarnung\u201c Rudolf Steiners, so wird er seine Einsichten nicht als Wahrheiten ansehen, solange er nicht aus diesem Umgang zu der Frage nach deren Wahrheit \u2013 nach ihrem Entstehen also \u2013 vorst\u00f6sst und so darauf verwiesen wird, sich selber und seine T\u00e4tigkeit konkret in der inneren Bildwelt aufzusuchen. Wer oder was bin ich, im Rahmen der Erd- und Menschenentwicklung innerhalb der gewonnen inneren Bilderwelt betrachtet, und welche Aufgabe kommt mir daraus zu? Die Wahrheitsfrage wird so zu einer Schicksalsmacht des Anthroposophie-Suchers, der er sich dann nicht mehr verweigern kann. Und diese Macht verweist ihn immer wieder auf sich selber: du Mensch bist selbst die Antwort auf deine Frage, so spricht das Schicksal. Also gib dir deine Antwort selber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Betrachtet ein solcher Anthroposophie-Sucher nun den S\u00e4tze und Vorstellungen zergliedernden (\u201ezerpfl\u00fcckenden\u201c) Denker, so wird er in ihm leicht einen weltabgewandten Elfenbeinturmbewohner sehen k\u00f6nnen, der vor lauter Besch\u00e4ftigung mit sich selbst und seinen Erkenntnisproblemen den Blick auf die gro\u00dfen Menschheitsprobleme verliert, und in seiner Sophisterei \u00fcber Worte und Wendungen sich als den eigentlichen, \u201erichtigen\u201c Anthroposophen inszeniert, der glaubt, nur auf seinem Wege sei wahre Erkenntnis zu erlangen, denn die brauche zun\u00e4chst keine Antworten, sondern erst einmal nur <em>Fragen<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und umgekehrt kann bei dem gr\u00fcndlichen Leseanalytiker das Bild entstehen, der \u201eZyklenfresser\u201c<a href=\"#sdfootnote12sym\" id=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a>, der durch so viele Darstellungen in Schriften und gedruckten Vortr\u00e4gen Rudolf Steiners hindurchgegangen ist,<em> k\u00f6nne<\/em> ja gar nichts verstanden haben in seiner Oberfl\u00e4chlichkeit, und w\u00fcrde so zum seichten Schw\u00e4tzer, der die Anthroposophie vor der Welt verrate. Ohne erst die <em>Frage<\/em> g\u00e4nzlich klar zu haben, die sich in dem von Rudolf Steiner genannten Herzens- und Gef\u00fchlsbed\u00fcrfnis ausspricht, also im suchenden Menschen, sei ja <em>jede Antwort bodenlos<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Anthroposophie ist ein Erkenntnisweg &#8230;<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn <em>\u201eAnthroposophie &#8230; ein Erkenntnisweg [ist], der das Geistige im Menschenwesen zu Geistigen im Weltenall f\u00fchren m\u00f6chte\u201c<\/em><a href=\"#sdfootnote13sym\" id=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a>, wie k\u00f6nnen dann solche Irrt\u00fcmer \u00fcbereinander vermieden oder besser: geheilt werden? Es ist ja wahr: wer einfach die Bilder der geistigen Welt, die Steiner schildert, in sich aufnimmt und mit ihnen lebt, ist immer in Versuchung, sie ohne das letztg\u00fcltige Erlebnis der <em>Identit\u00e4t von Inhalt und Form<\/em> im Einzelfall doch auch \u201eein bisschen\u201c wahr zu finden, und das hei\u00dft hier: die Gestalt der eigenen Seele doch auch schon als der Wahrheit \u201eein bisschen\u201c w\u00fcrdig anzusehen. Und das ergibt dann eben Menschen, die sich selber schon ziemlich weise finden, weil sie so beeindruckend \u2013 Phrasen dreschen k\u00f6nnen. Genauso wahr ist es aber, dass eben diese Phrasendrescher doch auch Vieles schon gefunden haben k\u00f6nnen, es aber vielleicht selber entwerten, weil sie sich nicht auf dasjenige beschr\u00e4nken k\u00f6nnen, was ihnen wirklich schon zu eigen ist \u2013 also in einer Lebensl\u00fcge \u00fcber sich selber leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wahr ist es auch, dass Manche, die jahrzehntelang den in der Selbstbeobachtung denkenden Umgang mit Rudolf Steiners Wort er\u00fcbt haben, daran auch immer wieder das Erlebnis der <em>Identit\u00e4t von Inhalt und Form<\/em> erreichen konnten und k\u00f6nnen, aus dem Blick verlieren, dass zu der <em>Form<\/em> (ihnen selbst also) eben auch Vieles geh\u00f6rt, was in diesen \u00dcbungen nicht bewusst lebt, und die dann zu der \u00dcberzeugung kommen, sie selber, die \u201ewahren Denker\u201c, seien eben eine Art \u201eAuserlesener\u201c, die der Menschheit voran zu schreiten haben. Aber zu dem Schicksal, das diese Menschen an ihren Platz gestellt hat, geh\u00f6rt eben die ganze Welt, alles schon Gewordene, und das muss mitgenommen werden in die Zukunft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun, <em>\u201eAnthroposophie ist <\/em><em><strong>ein<\/strong><\/em><em> Erkenntnisweg, der das Geistige im Menschenwesen zum Geistigen im Weltenall f\u00fchren m\u00f6chte\u201c<a href=\"#sdfootnote14sym\" id=\"sdfootnote14anc\"><sup>14<\/sup><\/a><\/em>. Man lese an dieser Stelle genau: der \u201eF\u00fchrer\u201c sitzt an zwei Stellen, n\u00e4mlich \u201eim Menschenwesen\u201c und \u201eim Weltenall\u201c. Beide eben beschriebenen \u201eIrrenden\u201c haben <em>auch<\/em> recht. Wer mit vielen Texten Rudolf Steiners mit innerer Beteiligung umgegangen ist, hat sich damit \u201eein bisschen erw\u00fcrdigt\u201c \u2013 nur muss er sich selber fragen, wor\u00fcber er denn lange genug gesonnen hat, so dass er dar\u00fcber sprechen kann, <em>weil es ganz mit ihm selber verwachsen ist<\/em>. \u00dcber alles Andere kann er nur Phrasen dreschen \u2013 oder schweigen. Beides zu unterscheiden, obliegt ihm selber, der F\u00fchrung \u201eim Menschenwesen\u201c. Und wer lange Jahre sein Denken an Rudolf Steiners Wort erzogen hat, der wird sicher ein Urteil haben k\u00f6nnen dar\u00fcber, ob eben dieses Wort erkannt oder <em>verkannt<\/em> wird. Nur wende er diese seine so erworbene F\u00e4higkeit auch auf die Entzifferung der Sprache des Schicksals an, die ihm durch die Weltereignisse und all die anderen Menschen, denen er begegnet (und begegnet ist), sprechen und ihn \u201eim Weltenall\u201c f\u00fchren will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So wird Anthroposophie dann <em>ein<\/em> Erkenntnisweg, und nicht zwei. Wo der eine beginnt, hat der andere sein Ziel und umgekehrt. Wo die unterschiedlichen Anthroposophie-Sucher dies erkennen und verwirklichen k\u00f6nnen, tritt Anthroposophie in Wahrheit erst auf: als der einzige Weg, die Entwicklung von Mensch und Kosmos in unserer Zeit in Wahrheit voran zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Dem Geist entgegen reifen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Worauf es also f\u00fcr denjenigen, der den geisteswissenschaftlichen Erkenntnisweg beschreiten will, in jedem Fall ankommt, ist eine Grundeinsicht in den tats\u00e4chlichen Grad der Reife, den er selber f\u00fcr den Umgang mit der Geisteswissenschaft Rudolf Steiners schon erlangt hat. Geisteswissenschaft rechnet mit dem sich entwickelnden menschlichen Individuum, anders als das g\u00e4ngige Wissen unserer Zeit, das ja ganz offen den erkennenden Menschen unber\u00fccksichtigt l\u00e4sst. Die entscheidende Frage ist also <em>nicht<\/em>, ob man schon gen\u00fcgend viel wei\u00df oder kann, um anthroposophische Geisteswissenschaft zu \u201ebeherrschen\u201c, sondern vielmehr, ob man sich selber schon gen\u00fcgend bereit gemacht hat, um dasjenige recht zu verstehen, wovon diese Geisteswissenschaft spricht. Ebensowenig ist es entscheidend, auf welchem konkreten Wege, von welchem Ausgangspunkt aus man trachtet, sich selber f\u00fcr das rechte Erkennen geeignet zu machen. Dies kann aus der Selbstbeobachtung im Denken ebenso hervorgehen wie in der m\u00fchsamen Selbstgestaltung im Lebensschicksal. Im Ziele werden sich alle individuellen Wege treffen. Gemeinsam sind all diesen Wegen, soweit es um Geisteswissenschaft geht, vier charakteristische Eigenschaften des suchenden Menschen, die ihm Leitlinie sein k\u00f6nnen in seiner Suche<a href=\"#sdfootnote15sym\" id=\"sdfootnote15anc\"><sup>15<\/sup><\/a>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die richtige Unterscheidung von Wahrheit und Schein (Habe ich das in den Text hineingelesen oder steht es da wirklich? Habe ich diese Darstellung Rudolf Steiners schon ganz mit meinem Leben verbunden, oder ist sie mir noch \u00e4u\u00dferlich?)<\/li>\n\n\n\n<li>Die richtige Sch\u00e4tzung beider. Dabei muss immer bedacht werden: wir h\u00e4tten ja gar keine M\u00f6glichkeit, uns unserer selbst als Geistwesen bewusst zu werden und uns auf den Erkenntnisweg zu begeben, wenn wir <em>nicht<\/em> zun\u00e4chst im Irrtum, in einer blo\u00dfen Scheinwelt lebten und dies <em>dann<\/em> bemerkten. Entwicklung, Leben entsteht nur aus Polarit\u00e4ten. <em>Meine Scheinwelt ist also n\u00f6tig, um meiner eigenen<\/em><em>,<\/em><em> bewussten <\/em><em>wahrhaftigen <\/em><em>Existenz willen!<\/em><\/li>\n\n\n\n<li>Die richtige F\u00fchrung des eigenen Lebens so, dass dadurch gr\u00f6\u00dfere Selbst\u00e4ndigkeit und Bewusstheit, und damit Wahrhaftigkeit gef\u00f6rdert wird; dies betrifft das innere Leben im Denken ebenso wie das \u00e4u\u00dfere Leben im Umgang mit dem Schicksal.<\/li>\n\n\n\n<li>Die Liebe zu Freiheit und Wahrhaftigkeit \u2013 und zur uns damit zukommenden Verantwortung.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer dies beachtet, wird dem Geist im eigenen Leben ebenso entgegen reifen k\u00f6nnen wie der geistgem\u00e4\u00dfen Umgestaltung eben dieses Lebens in der Seele, in der Menschheit, im Kosmos.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a9 Stefan Carl em Huisken 2024<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote1anc\" id=\"sdfootnote1sym\">1<\/a>Daher der Name Anthroposophie \u2013 Weisheit vom Menschen aus<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote2sym\" href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a>Dar\u00fcber hinaus sei darauf hingewiesen, dass Rudolf Steiner gerade die hier auch aufgeworfenen, teilweise uralt ungel\u00f6sten Erkenntnisprobleme in seinen fr\u00fchen Schriften ausf\u00fchrlich bearbeitet und damit einer L\u00f6sung zugef\u00fchrt hat, insbesondere in seinen B\u00fcchern \u201eGrundlinien einer Erkenntnistheorie der goetheschen Weltanschauung\u201c, \u201eWahrheit und Wissenschaft\u201c und \u201eDie Philosophie der Freiheit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote3anc\" id=\"sdfootnote3sym\">3<\/a>Rudolf Steiner: Anthroposophische Leits\u00e4tze. Der Erkenntnisweg der Anthroposophie. GA 26. \u2013 Dornach, 1989, S. 14<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote4anc\" id=\"sdfootnote4sym\">4<\/a>die sich vorwiegend in seinen sogenannten \u201ephilosophischen\u201c Schriften finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote5anc\" id=\"sdfootnote5sym\">5<\/a>Rudolf Steiner: Anthroposophische Gemeinschaftsbildung. GA 257. \u2013 Dornach, 1989. S. 58<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote6anc\" id=\"sdfootnote6sym\">6<\/a>Karl Ballmer: Zur Einf\u00fchrung. Rudolf-Steiner-Bl\u00e4tter. Nummer 1. \u2013 Hamburg, Juli 1928. S. 1<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote7anc\" id=\"sdfootnote7sym\">7<\/a>Rudolf Steiner: Wie erlangt man Erkenntnisse der h\u00f6heren Welten?. GA 10. \u2013 Dornach, 1961<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote8anc\" id=\"sdfootnote8sym\">8<\/a>Dornach, 1987<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote9anc\" id=\"sdfootnote9sym\">9<\/a>ebd., S. 12<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote10anc\" id=\"sdfootnote10sym\">10<\/a>Von der sowieso nicht angemessenen M\u00f6glichkeit, die Stelle einfach zu \u00fcberlesen und darum auch nicht weiter zu beachten, sehe ich hier einmal ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote11anc\" id=\"sdfootnote11sym\">11<\/a>Eine profunde Analyse von M\u00f6glichkeiten der \u201eFehl-Lesung\u201c dieser Stelle findet sich z.B. bei R\u00fcdiger Blankertz: RUDOLF STEINER, die Weltereignisse \u2013 und unsereins. Die &lt;ungeheure Pflicht&gt; der Anthroposophen in der Pandemie des verwahrlosten Denkens. \u2013 Ossingen, S. 59ff. R\u00fcdiger Blankertz zeigt sich in diesem Buch als konsequenter Vertreter der hier gerade angedeuteten Vorgehensweise; sein Buch ist in dieser Hinsicht sehr empfehlenswert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote12anc\" id=\"sdfootnote12sym\">12<\/a>Als \u201eZyklen\u201c werden gew\u00f6hnlich auch die teilweise umfangreichen Vortragsreihen Rudolf Steiners bezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote13anc\" id=\"sdfootnote13sym\">13<\/a>siehe Anm. 3<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"sdfootnote14sym\" href=\"#sdfootnote14anc\">14<\/a>siehe Anm. 3, Hervorhebung SCeH<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote15anc\" id=\"sdfootnote15sym\">15<\/a>vgl. dazu Rudolf Steiner: Wie erlangt man Erkenntnisse der h\u00f6heren Welten? \u2013 Dornach, 1961. Kapitel \u201e\u00dcber einige Wirkungen der Einweihung\u201c, S. 115 ff, besonders S. 145 f<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright is-resized\"><a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"691\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-691x1024.jpg\" alt=\"Cover Wahnsinn und Denken Erkenntnisweg\" class=\"wp-image-2646\" style=\"width:87px;height:129px\" srcset=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-691x1024.jpg 691w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-200x296.jpg 200w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-300x445.jpg 300w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-202x300.jpg 202w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-768x1138.jpg 768w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-600x889.jpg 600w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-1036x1536.jpg 1036w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-1382x2048.jpg 1382w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-189x280.jpg 189w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-256x380.jpg 256w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled.jpg 1727w\" sizes=\"auto, (max-width: 691px) 100vw, 691px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denkerische Grundlagen f\u00fcr meine Darstellungen zur Situation der Gegenwart und der Bedeutung der Anthroposophie habe ich ver\u00f6ffentlicht in meinem Buch <a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/2021\/05\/wahnsinn-und-denken-der-kampf-geht-weiter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eWahnsinn und Denken. Der Kampf um den Menschen\u201c,<\/a> das Sie <a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/produkt\/wahnsinn-und-denken-der-kampf-um-den-menschen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> oder im Buchhandel bestellen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist der geisteswissenschaftliche Erkenntnisweg? Wie kommt Geisteswissenschaft zu Erkenntnissen? 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