{"id":3036,"date":"2022-02-04T12:44:34","date_gmt":"2022-02-04T11:44:34","guid":{"rendered":"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/?p=3036"},"modified":"2022-02-04T12:47:31","modified_gmt":"2022-02-04T11:47:31","slug":"furcht-und-angst-schluessel-zur-gegenwart-des-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/2022\/02\/furcht-und-angst-schluessel-zur-gegenwart-des-menschen\/","title":{"rendered":"Furcht und Angst \u2013 Schl\u00fcssel zur Gegenwart des Menschen"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3036?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Print Content\" \/><span class=\"pdfprnt-button-title pdfprnt-button-print-title\">F\u00fcr l\u00e4ngere Texte empfehle ich vorherigen Ausdruck<\/span><\/a><\/div>\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"gegenwart\">Gegenwart<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was uns derzeit im Verh\u00e4ltnis zur Gegenwart am meisten zu schaffen macht, sind Furcht und Angst. Die Verunsicherung, die Unberechenbarkeit durch die uns betreffenden Weltereignisse \u2013 von manchmal t\u00e4glich wechselnden Vorschriften bis zu den Folgen unbedachter Schritte der Menschen \u2013 wachsen fortw\u00e4hrend, fordern uns und werfen uns aus stabilisierenden Gewohnheiten und Alltagsritualen immer wieder hinaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei entwickeln wir Furcht vor Neuem, das uns m\u00f6glicherweise bedrohen kann. Entt\u00e4uschungen \u2013 eigentlich etwas Positives, das Entwicklungsm\u00f6glichkeiten freilegen kann , wenn die T\u00e4uschung der Wahrheit weicht \u2013 und Ahnungen entwickeln sich zu neuen Gewissheiten, die uns fordern und manchmal daran zweifeln lassen, dass unsere Kr\u00e4fte und F\u00e4higkeiten ausreichen werden, das Neue angemessen zu verarbeiten. Solche Furcht verweist uns immer auf einen Kern in uns selbst, der schon durchschimmert durch das Erscheinen der Ereignisse. Durchdringen wir den Schein, graben die darinliegende Wahrheit aus, so k\u00f6nnen wir die Furcht \u00fcberwinden, und es klingt eine bessere Zeit durch die Furcht hindurch \u2013 mal st\u00e4rker, mal schw\u00e4cher.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Furcht hat also auch immer einen fast \u201eprophetischen\u201c Charakter, denn im Gegenstand, auf den die Furcht sich bezieht, tritt mir etwas entgegen, was je nach meinem Umgang damit mich st\u00e4rker oder schw\u00e4cher beeintr\u00e4chtigt oder f\u00f6rdert. Sie steigt aus mir selber, meinem innersten Kern herauf ins Bewusstsein und ist insofern mein Eigen, <em>meine<\/em> Furcht, die zu besiegen dann auch meine Sache ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Wort \u201eFurcht\u201c stammt von derselben germanischen Wurzel <em>*furh-<\/em> ab wie die \u201eFurche\u201c, womit urspr\u00fcnglich die Ackerfurche gemeint ist, durch die das dunkle Erdinnere f\u00fcr das Licht ge\u00f6ffnet und damit der menschlichen Bearbeitung zug\u00e4nglich wird. Furcht kann mir insofern auch den Weg \u00f6ffnen zu demjenigen, vor das sie sich stellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ganz anders die Angst: sie besteht gerade im Unbestimmten, dessen Quell und Ziel man nicht kennt und kennen kann, und kommt uns wie von au\u00dfen her in die Seele herein. Das Wort stammt von der indogermanischen Wurzel <em>*angh-<\/em> ab, die \u201eeng\u201c bedeutete (auch dieses Wort entstammt ja dieser Wurzel), und verwandt ist mit dem lateinischen <em>angere = \u201ew\u00fcrgen\u201c<\/em>. In der Angst begegnet uns also etwas wie eine Gewalt von au\u00dfen, die uns zusammenschn\u00fcrt, w\u00fcrgt, beengt und uns alle T\u00e4tigkeitsm\u00f6glichkeiten rauben will, bis hin zur tats\u00e4chlichen Angststarre.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau darauf bezieht sich unsere Angst auch zumeist: einer Gewalt ohnm\u00e4chtig ausgeliefert zu sein, aller Handlungsm\u00f6glichkeiten beraubt zu werden, letztlich selber \u00fcberw\u00e4ltigt und ausgel\u00f6scht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Angst f\u00e4llt uns also wie von au\u00dfen an, aus der ganzen Welt, uns einengend, vernichtend, w\u00e4hrend die Furcht aus unserem Inneren aufsteigt, eine bestimmte Gefahr vorherahnend.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So lebt der gegenw\u00e4rtige Mensch einer Welt gegen\u00fcber, die er nicht \u00fcberschauen kann und die ihn immer wieder einschr\u00e4nkt, beengt und schw\u00e4cht; aus dem eigenen Kern heraus, der es schwer hat, die Wahrheit seiner selbst einschlie\u00dflich der eigenen Erlebniswelt im eigenen Tun und Erleiden mutvoll zu enth\u00fcllen und dem Dunkel der T\u00e4uschung zu entrei\u00dfen, steigt die Furcht auf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angst und Furcht wirken zusammen: ich f\u00fcrchte die Angst, und die Angst verschafft mir Furcht vor dem Erl\u00f6schen meiner selbst. Beides pr\u00e4gt in verschiedensten Variationen unser Dasein in der Welt der Gegenwart. Mutvolles \u00dcberwinden der Furcht und standhaftes Ertragen der Notwendigkeiten in der Hinwendung zur Welt k\u00f6nnen helfen, den eigenen Weg zu finden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"furcht-und-schein\">Furcht und Schein<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Welt, wie ich sie in meiner Umgebung erlebe, ist nicht das Ganze des Seins. Ich erlebe ja nur <em>den <\/em>Teil des Ganzen, der sich mir zeigen kann: durch meine Sinne, durch mein Gef\u00fchl, in meinen Gedanken. Und da ich \u2013 wenn ich mich selber nicht gerade f\u00fcr einen unfehlbaren und allm\u00e4chtigen Gott halte \u2013 ein begrenztes Wesen bin, ist auch dasjenige begrenzt, was sich vom Ganzen des Seins mir zeigt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit <em>ist<\/em> aber die Welt, die ich kenne, nicht die wirkliche, wahre Welt, sondern sie <em>scheint<\/em> mir im allt\u00e4glichen Leben nur so. Sobald ich mich \u00fcber das Allt\u00e4gliche hinaufraffe, kann ich dieses unmittelbar einsehen. Von diesem Scheincharakter der Welt ist aber mein ganzes Erleben \u2013 bewusst oder unbewusst \u2013 bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcberall n\u00e4mlich, wo ich etwas anschaue, durchdenke, n\u00e4her verstehen will, schwingt dieses Wissen mit: was dir begegnet, <em>ist<\/em> nicht immer so, wie du glaubst, es <em>scheint<\/em> dir nur so. Wie aber den Weg zur Wahrheit finden?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier bin ich nun auf mich selbst verwiesen. Diesen Weg zur Wahrheit finden kann nur ich selber. Denn was mir gegeben ist als Sinneswelt, als Gef\u00fchls- und Gedankenwelt, ist eben Schein. Ich kann mich auf nichts st\u00fctzen, was schon da ist. Bei der Suche nach der Wahrheit kommt alles auf mich selber an, meine eigene Wahrhaftigkeit im Denken, F\u00fchlen und Wollen, meine Geistesgegenwart.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es liegt also auf der Hand, dass eine solche Situation nichts f\u00fcr Furchtsame ist. Wo Furcht vor der eigenen, ja unabweisbar vorhandenen Unvollkommenheit diesem inneren und \u00e4u\u00dferen Weltenschein gegen\u00fcber den Lebensweg beherrscht, stellt die Furcht sich vor die Wahrheit, hindert mich daran, zur Wahrheit des Daseins zu kommen, ja, setzt sich selber an die Stelle dieser Wahrheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es liegt nun an mir, ob die Wahrheit meiner selbst mir als meine Furcht begegnet, oder ob mein eigenes Voranschreiten im Erkenntnisschaffen, mit Erkenntnismut die Furcht entkr\u00e4ftet, sozusagen \u201edie Ackerfurche meines Lebens \u00f6ffnet\u201c und die gef\u00fcrchteten, im Dunkel verborgenen, lebendigen Gr\u00fcnde des Seins ans Licht des Bewusstseins bef\u00f6rdert, so dass dann die Saat meiner Taten auch fruchtbaren Boden vorfinden und gedeihen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tatsache, dass das Dasein mir zun\u00e4chst als ein vielfach begrenzter Schein begegnet, weist mich also auf mich selber als m\u00f6glicher Miterschaffer eines Weges zur Wahrheit hin. Wo ich diese Aufgabe ergreife und die Furcht \u00fcberwinde, wirke ich mit daran, die Wahrheit des Daseins ans Licht zu bringen und den Schein zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"angst-und-gewalt\">Angst und Gewalt<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was uns als Welt erscheint, uns gegen\u00fcber steht, tr\u00e4gt immer die M\u00f6glichkeit in sich, uns zu \u00fcberw\u00e4ltigen und in Handlungsrichtungen zu bringen, die wir nicht als unsere eigenen erkennen k\u00f6nnen. Die Einfl\u00fcsse, die aus der Welt auf uns eindringen, sind auch oftmals solche, die nicht nur uns selber, sondern Gruppen von Menschen betreffen: Familie, regionale oder nationale Bev\u00f6lkerung, ein bestimmtes Volkstum, oder eben andere Gruppen, die durch bestimmte Merkmale verbunden sind und dadurch teilweise \u00e4hnliche Schicksalswege haben. Letztlich k\u00f6nnen das auch Einfl\u00fcsse sein, die die gesamte Menschheit betreffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solche Einfl\u00fcsse scheinen zumeist ganz unabh\u00e4ngig von uns, treten ohne unser Mitwirken, ja, oft \u00fcberhaupt ohne klares Bewusstsein davon auf. Aber sie walten in der Welt, walten damit auch im Verlauf unseres \u00e4u\u00dferen Lebens, unseres Schicksales also. Ihre Verursacher sind sehr oft nicht sichtbar f\u00fcr uns, bleiben im Dunkel, egal, ob es bestimmte Menschen oder einfach \u00e4u\u00dferlich gegebene Verh\u00e4ltnisse sind. Ihr Walten kann in sehr vielen F\u00e4llen nicht auf eine bewusste Absicht von wem auch immer zur\u00fcckgef\u00fchrt werden; dar\u00fcber kann dann allenfalls vermutet werden. <em>In diesem Sinne<\/em> kann man sagen: es waltet dunkle, blinde Gewalt in vielen Ereignissen des Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir nennen das dann \u201eZufall\u201c oder meinetwegen auch \u201eg\u00f6ttliche Vorsehung\u201c; <em>verstehen<\/em> k\u00f6nnen wir es nicht vollst\u00e4ndig. Wer sich ernsthaft pr\u00fcft, wird viel mehr solcher Einfl\u00fcsse aus \u201eblinder Gewalt\u201c in seinem eigenen Leben entdecken als zun\u00e4chst vermutet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">All diese Einfl\u00fcsse begrenzen aber unsere eigenen Aktionsm\u00f6glichkeiten, beschr\u00e4nken sie und engen sie oft genug ein. Und da wir nicht wissen, was ihnen zugrund liegt (in den Ausnahmef\u00e4llen, wo wir das unzweifelhaft wissen k\u00f6nnen, ist es anders), emfinden wir das Einengen, das Vorbestimmt-Werden unso st\u00e4rker und bekommen Angst, im urspr\u00fcnglichen Wortsinne das, was \u201emit dem Engen verbunden ist\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Angst tritt insofern \u00fcberall dort auf, wo ein Walten in der Welt uns \u00fcberm\u00e4chtig in die Enge treibt, einschr\u00e4nkt, unfrei macht, weil wir es nicht verstehen k\u00f6nnen, seinen Ausgangspunkt nicht kennen und ihm darum nichts entgegenzusetzen haben. Diese Macht erleben wir als Gewalt. Treten wir ihr eigenm\u00e4chtig entgegen, versuchen wir also der Gewalt eine Gegengewalt gegen\u00fcber zu stellen, wird alles nur schlimmer und eskaliert. Denn weil wir nicht ganz konkret verstehen, wie das zustandekommt, was uns einengt, k\u00f6nnen wir ihm nur in der Nachahmung begegnen, die Welten-Gewalt auf ihrem eigenen Feld zu imitieren versuchen, und da wird das \u201eOriginal\u201c wohl in den meisten F\u00e4llen die Oberhand gewinnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nur wo wir wirklich erlebend erkennen k\u00f6nnen, was und wie das Weltenwalten wirken will, haben wir eine Chance, die Gewalt, die uns begegnet zu \u00fcberwinden, gleichsam nachhaltig \u201eauszurotten\u201c<a href=\"#sdfootnote1sym\" id=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"uberwindung\">\u00dcberwindung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun gibt es Ratschl\u00e4ge zuhauf, wie der Mensch aus dem Dilemma kommen kann, das ihn in Angst und Furcht versetzt: in Angst vor dem Welten-Walten, und in Furcht vor der Wahrheit seiner selbst. \u201eWo die Angst ist, geht es lang\u201c, t\u00f6nt es uns aus Kreisen entgegen, die die Angst zur Gen\u00fcge kennen<a href=\"#sdfootnote2sym\" id=\"sdfootnote2anc\"><sup>2<\/sup><\/a>. F\u00fcr die Furcht wird man wohl zu Recht \u00c4hnliches sagen k\u00f6nnen; wer einen Feind im Duell \u00fcberwinden will, wird sich ihm stellen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer aber gar nicht wei\u00df wo er den \u201eFeind\u201c zu suchen hat, ringt allzu oft nur mit dem Schein, mit Chim\u00e4ren, verausgabt sich dabei ohne Sinn, und wo man der \u00dcbermacht begegnet, w\u00e4chst schnell die Hoffnungslosigkeit. Beides hat aber denselben Grund: ich habe die Richtung nicht erkannt, aus der der \u201eAngriff\u201c <em>wirklich<\/em> kommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ringe ich um die Wahrheit, so hat alles noch so ausgekl\u00fcgelte Bedenken der Einzelheiten des Scheins, der meine begrenzte Welt ausmacht, keinen Wert: es f\u00fchrt doch immer nur in dieselbe Sackgasse. Mache ich mir aber klar, wo die Ursache der begrenzten Welt-Erscheinung liegt, so \u00f6ffnet sich der Weg. Ich bin es n\u00e4mlich selbst, der sich die Grenzen setzt. Ich selber gebe dem Schein erst seine Geltung, den An-Schein der Wahrheit, einfach durch meine Existenz. Dass ich die Wahrheit nicht finden kann, die dem Schein zugrundeliegt, liegt daran, dass ich mich selbst nicht kenne, und darum meine eigenen Wege zur Erkenntnis nicht gen\u00fcgend zu kontrollieren wei\u00df. Es n\u00fctzt also nicht, noch so atemberaubend \u00fcber das Dasein zu philosophieren. Ich muss einsehen, dass es meine eigene <em>Art des Umganges<\/em> mit diesem Daseins-Schein ist, der ihm die Wahrheit gibt oder nimmt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Dasein ist in Wahrheit eben nicht etwas von vornherein so und nicht anders Feststehendes; das w\u00e4re freilich bequem und dadurch f\u00fcr mich verlockend. Die unbequeme Einsicht aber, dass das Dasein, das ich erlebe, untrennbar Teil meiner selbst und meines Lebens ist, und sich daher nur mit mir selber zusammen lebendig entwickeln kann, \u00f6ffnet die Aussicht auf eine Art Wahrheit, die es nirgend anders geben kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn meine M\u00f6glichkeiten, mich selber zu entwickeln, sind im Prinzip unbegrenzt, und f\u00fchren zur Freiheit. Wo un\u00fcbersteigliche Grenzen zu sein scheinen, bin ich es ja selbst, der sie als feststehend ansieht; ich setze sie mir sozusagen selber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun ist es nat\u00fcrlich keineswegs so, dass ich mich selber weiterentwickle, indem ich mir einfach etwas Anderes als den mir begegnenden Schein einrede und fest daran glaube, dass die Welt dann eben so ist, wie sie mir erscheint. Das w\u00e4re ja dasselbe wie vorher: eben dem Schein <em>glauben<\/em>. Ich muss erst die <em>Art <\/em>meines Umganges mit der Welt kennen und kontrollieren lernen, mich selber also in meinem Tun nicht mehr vom Schein des Daseins bestimmen lassen. <em>Dann<\/em> kann ich nach und nach ausfindig machen, <em>wie<\/em> mein eigenes Wesen erst die vorl\u00e4ufigen Grenzen des Daseins gesetzt hat. Ich kann dann mich selber erst in Wahrheit kennen lernen. Ist es nicht so, dass ich auch davon bisher nur ein begrenztes Verst\u00e4ndnis habe, und Ansichten, die mir gegeben sind, ich wei\u00df nicht wie? Vorurteile also \u00fcber das, was ich ICH nenne?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ackerkrume <em>dieser<\/em> Vorurteile zu \u00f6ffnen, ans Licht zu bringen, was in den Tiefen meiner selbst west, Furchen mit dem Pflug des Erkenntnismutes da hinein zu ziehen, wird die Furcht vor der eigenen Unvollkommenheit in Mut zum Erkenntnisschaffen umwandeln helfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4hnlich wie mit der Furcht vor dem, als was ich mir selber in meinem Dasein erscheine, ist es mit der Angst, in die uns das Weltenwalten wohl dr\u00e4ngen kann. Die Angst entsteht ja, weil wir die Gewalt, die uns bestimmt, nicht selber zu lenken verstehen, der \u00dcbermacht im \u00c4u\u00dferen immer wieder erliegen. Hier kommen wir nicht zum Ziele, wenn wir der Macht mit eigener Macht entgegenzutreten versuchen; die Weltenmacht wird immer gr\u00f6\u00dfer sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie kommen wir also dem Weltenwollen, dem Weltenwalten nahe, so dass wir unser Wollen, unser Schaffen in das Weltenwalten hineinmischen k\u00f6nnen, es umformen in ein Walten, das wir nicht als blinde Gewalt erleben m\u00fcssen?<a href=\"#sdfootnote3sym\" id=\"sdfootnote3anc\"><sup>3<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schon bei der Furcht, so liegt auch hier die L\u00f6sung in einer v\u00f6lligen Umkehr. Nicht Macht gegen Macht zu setzen hilft hier, sondern der Macht sich zu \u00f6ffnen, um sie aufzunehmen in sich und in seine eigene Selbstentwicklung einzugliedern. Wieder b\u00e4umt sich erst einmal alles auf: was, klein beigeben, die Gewalt unwidersprochen einfach walten lassen? Aber davon ist ja keine Rede.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00c4u\u00dferlich gesehen, wird es wohl h\u00e4ufig keinen anderen Weg geben, als der Gewalt zu weichen. Aber nicht, weil sie zwingt, sondern weil man sie <em>versteht<\/em>, in sich selber, sein Denken und Sinnen aufnimmt und so erst einer Umarbeitung zug\u00e4nglich macht. Dazu wird man sich erkennend dem hingeben m\u00fcssen, was die Gewalt erst schafft \u2013 aber nur, <em>um sie zu verstehen<\/em>. Man muss ja nicht wollen, was sie will, die Gewalt. Erst wenn man Sehnsucht entwickelt aus sich selber, die Gewalt zu verstehen, sie mit dem eigenen Leben zu verbinden <em>aus freiem Entschluss<\/em>, kann man lernen, sie auch umzuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das wird freilich Neues, Ungewohntes von uns fordern, und uns Manches zu erleiden auferleben. Aber es \u00f6ffnet den Weg, die Enge zu weiten, die Angst zu \u00fcberwinden, <em>ohne<\/em> in immer neue Fehden mit der Welten-Gewalt zu geraten, die im \u00dcbrigen dann \u00fcber kurz oder lang in einer Niederlage und neuen Katastrophen enden werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie schon am Beginn dieses Abschnittes gesagt: wo die Angst ist, geht es lang. Ebenso wie die Furcht mich zu mir selber und meiner Selbstentwicklung leiten kann, indem sie mich auf mich selbst verweist, f\u00fchrt die Angst uns mitten hinein ins <em>wahre<\/em> Welterleben, in dem wir ringend mit den Welten-Gewalten uns zum Mit-Gestalter des Weltenwerdens entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-freiheit-furchtlos-ergreifen\">Die Freiheit furchtlos ergreifen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im eigenen Innern kann Gewalt auch f\u00f6rderliche Seiten entfalten, n\u00e4mlich da, wo ich sie auf mich selber anwende, mein eigenes Inneres wie der Landmann den Acker umzupfl\u00fcgen beginne (das ist \u2013 der \u201eAckererde\u201c gegen\u00fcber \u2013 ganz sicher Gewalt!) und mich selber gleichsam zum \u201eExperimentierfeld meines selbst\u201c mache. Jedesmal, wenn ich mir selber die Ziele meiner Selbstentwicklung setze, und sie energisch gegen\u00fcber mir selber umzusetzen versuche, geschieht das.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber es wird unterschiedlich verlaufen, je nachdem, ob ich meine, durch gewisserma\u00dfen \u201e\u00e4u\u00dferliche\u201c Ver\u00e4nderungen an mir arbeiten zu sollen, oder ob ich mich wirklich ganz auf mein Inneres verlege dabei. Was ist mit dieser Unterscheidung gemeint?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun, was mein eigenes Wesen ganz im tiefsten Inneren ist, das wei\u00df ich zun\u00e4chst kaum. Zuerst treten mir selber unter meinem Namen Eigenschaften meiner irdischen Erscheinung gegen\u00fcber: ich habe ein aus der Vergangenheit mir zugewachsenes Bild von mir selber. Wenn man sich das anschaut, muss man oftmals einsehen, wie dieses gewachsene Bild ein Ergebnis der Gewalten ist, die in der Vergangenheit auf mich gewirkt haben. Eine Unmenge von Einfl\u00fcssen ist auf mich eingestr\u00f6mt, die mich geformt haben. Dieses Bild ist daher <em>eigentlich<\/em> Bestandteil des Welten-Scheins, der mir gegen\u00fcber steht; ich selber <em>bin<\/em> es nicht, denn ich stehe ihm gegen\u00fcber.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich selber, der Verstehen-Wollende, der sich selber auf den Weg zur Wahrheit bringen will, ist in allem, was ich gewohnt bin zu betrachten unsichtbar, kommt dort nicht vor. Er ist ja gerade derjenige, der die T\u00e4tigkeit des Betrachtens aus\u00fcbt, der Erlebende, der gleichsam eine <em>lebendige Form<\/em> bildet f\u00fcr alles, was ihm in seiner Innen- und Au\u00dfenwelt an Inhalten begegnet. Und von dieser Form etwas zu bemerken, mich selber kennen zu lernen, <em>nicht<\/em> meine <em>Gedanken<\/em>, sondern das <em>Denken<\/em>, nicht meine Gef\u00fchle, sondern das F\u00fchlen selbst, ja, auch nicht meine Willensziele, sondern das t\u00e4tige Wollens-Wesen, das ist mir erst einmal ungewohnt, etwas ganz Neues, das ich noch nicht beherrsche, und das ich darum vielleicht auch \u2013 f\u00fcrchte. Denn ich habe dann nichts au\u00dfer mir selbst, um mich daran zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist aber weniger schwer, dem nahe zu kommen, als es zun\u00e4chst scheinen mag. Es ist zu einem gro\u00dfen Teil einfach eine \u00dcbungs- und Gewohnheitsangelegenheit. Ich bin es ja nicht gewohnt, Dinge denken und verstehen zu wollen, die mir nicht fertig als Gegebenes gegen\u00fcberstehen, sondern die sich sozusagen \u201everstecken\u201c, ein wenig \u201egeheim\u201c bleiben wollen.<a href=\"#sdfootnote4sym\" id=\"sdfootnote4anc\"><sup>4<\/sup><\/a> Da ich es aber selber bin, den ich da kennenlernen will, und ich ohne mich selber sowieso gar nichts verstehen oder erkl\u00e4ren kann, bin ich eigentlich in einer guten Lage: um mich selber kennen zu lernen, muss ich mich selber denken lernen, und dazu brauche ich nichts au\u00dfer mir und meinem Denken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Darin liegt aber genau der Haken: die <em>Welt<\/em>, den <em>Schein<\/em> in allen Einzelheiten, den brauche ich dazu zun\u00e4chst nicht. Ihn in meinem Denken loszuwerden ist aber nicht leicht: wende ich mich von der Welt, also von allen Wahrnehmungen ab, schlafe ich in der Regel ein<a href=\"#sdfootnote5sym\" id=\"sdfootnote5anc\"><sup>5<\/sup><\/a>. Will ich lernen, in diese Seelenregion bewusst, also wach einzudringen, muss ich lernen, mir nicht nur diejenigen Inhalte gegen\u00fcber zu stellen, die eben von alleine auftauchen, sondern es geht darum, meine eigene T\u00e4tigkeit zu verfolgen, die ich aus\u00fcbe, wenn ich \u00fcber etwas nachdenke, also dar\u00fcber Gedanken hervorbringe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann man \u00fcben, indem man sich einen Gedanken selber aufbaut, auf dem man dann seine Aufmerksamkeit ruhen l\u00e4sst, ihn gleichsam innerlich \u201edurchleuchtet\u201c. Es muss dies nur ein Gedanke sein, der m\u00f6glichst wenig mit denjenigen Gedanken-Inhalten zu tun hat, die ich schon kenne, die schon in mir vorhanden sind. Das kann zum Beispiel eine Frage sein, die ich mir nicht beantworten kann, in die ich mich vertiefe. Wohlgemerkt: <em>nicht<\/em> um sie zu beantworten, sondern um die <em>Frage<\/em> tiefer zu erleben!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rudolf Steiner gibt in seinen B\u00fcchern vielf\u00e4ltige Beispiele; solchen \u201eVorgaben\u201c eines eventuellen \u201eGurus\u201c haften aber leicht Vorpr\u00e4gungen an, die mich ablenken von der eigentlich wichtigen T\u00e4tigkeit des Vertiefens ins eigene denkende Tun. M\u00f6glicherweise ist es dann besser, sich selber Gedanken-Inhalte aufzubauen, die dem Erfordernis intensiver <em>Abwendung von allen schon bekannten (Sinnes- und Seelen-)Wahrnehmungen<\/em> so gut es gehen will entsprechen. Kurz gesagt, geht es darum, das eigene Denken von der F\u00fchrung durch den mir gegebenen Welten-Schein loszurei\u00dfen, und gerade dadurch mein eigenes Mit-Tun im Entstehen dieses Scheines unmittelbar erlebend zu erkunden und so in den Bereich der Entstehung des Welten-Scheines erkennend vorzusto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je mehr mir dies gelingt \u2013 es geh\u00f6rt allerdings energisches und regelm\u00e4\u00dfiges \u00dcben dazu \u2013, desto mehr bekomme ich mein eigenes Denken in den Griff, kann es kontrollieren und daher auch selber beurteilen, inwieweit das, was es zutage f\u00f6rdert, wahr ist oder nicht. Durch die immer wieder ge\u00fcbte Anstrengung, meinen Denk-Willen auf das Denken selbst zu lenken und von allem Anderen abzul\u00f6sen, begebe ich mich zugleich auf den Weg zu wirklicher Freiheit in und aus mir selber, auch gegen\u00fcber allem, was sonst in meinem Seelenleben auftreten kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innere Freiheit entsteht so aus dem energischen Anstreben wirklich selbstbestimmten Denkens. Diese Freiheit er\u00f6ffnet zugleich den Weg zum Erleben der Wahrheit. Die Furcht vor dem Schein selber weist mir den Weg zu ihrer \u00dcberwindung, indem der Schein durchdrungen wird und die Furcht die Wahrheit freigibt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"die-welt-angstfrei-lieben\">Die Welt angstfrei lieben<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gewalt und Angst h\u00e4ngen zusammen, wie oben gezeigt werden konnte. Begegnet der Mensch dem Walten von M\u00e4chten, die seinen Lebensweg einengen, ohne dass er dies selber mit sich und seinen Intentionen verbinden kann, so erlebt er es als \u00c4u\u00dferung von Gewalt, und damit in der Regel angsterregend. \u00dcberw\u00e4ltigt die aus der Welt entgegenkommende Gewalt den Menschen, so entsteht in der Enge, der Angst, Gezwungensein statt Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine erste Reaktion darauf kann der Versuch sein, Gewalt mit Gegengewalt zu begegnen, dem Zwang der Welt nun die Bezwingung der Welteinfl\u00fcsse durch eigene Gewaltaus\u00fcbung entgegenzusetzen. Dass dies niemals zu einem durchgreifenden Erfolg f\u00fchren kann, sondern immer nur zu einer \u2013 mehr oder weniger offensichtlichen \u2013 Eskalation in einer Gewaltspirale, ist wohl unmittelbar einsichtig. Denn selbst wenn eine Seite zun\u00e4chst unterworfen wird, bleibt sie ja bestehen, und wird sich selber bei der n\u00e4chstm\u00f6glichen Gelegenheit wieder zur Geltung zu bringen versuchen. Die Geschichte der Kriege der Menschheit bietet gen\u00fcgend Anschauungsmaterial; gewaltsame Unterwerfung f\u00fchrt l\u00e4ngerfristig immer zum n\u00e4chsten Konflikt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich kann eine Seite versuchen, den von ihr ausgemachten \u201eGegner\u201c <em>vollst\u00e4ndig zu vernichten<\/em>; auch f\u00fcr solche Versuche gibt es Beispiele in der Geschichte genug. Nur ist solche Vernichtung immer auf denjenigen Bereich des Existenz begrenzt, der eben der Gewalt zug\u00e4nglich ist. Und das ist derjenige Bereich, der sich in seinen Wegen und Methoden auf die \u00e4u\u00dfere, materielle Raumeswelt beschr\u00e4nkt. Nur dort ist es unm\u00f6glich, dass zwei Wesen sich durchdringen, sozusagen zusammen, ineinander existieren. Die Welt der seelisch-geistigen Erlebnisse, durch die erst die \u00e4u\u00dfere Welt \u00fcberhaupt ins Bewusstsein treten kann, kennt diese Einschr\u00e4nkung nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Friedrich Schiller formulierte es so:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201e<em>Eng ist die Welt und das Gehirn ist weit \u2013<br>Leicht beieinander wohnen die Gedanken,<br>Doch hart im Raume sto\u00dfen sich die Sachen\u201c<br>(Friedrich Schiller, Wallensteins Tod, 2,2)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ist es nicht frappierend, wie leicht man gew\u00f6hnlich geneigt ist, den Widerspruch zu unserem allt\u00e4glichen Erleben in einem solchen Zitat zu \u00fcbersehen? Erleben wir nicht eher uns selber, unsere Gedanken als etwas eng Begrenztes \u2013 eben in ihrer G\u00fcltigkeit auf uns selber beschr\u00e4nkt \u2013, dagegen die Welt als etwas Weites, ja Unendliches? Schiller sah das anders.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie aber bereits dargelegt, kommt es bei solchen Urteilen auf den Gesichtspunkt an, von dem aus sie get\u00e4tigt werden. Vom Gesichtspunkt der physischen Au\u00dfenwelt gesehen, ist diese Welt weit, unendlich weit, und der einzelne Mensch greift in seinem Erleben nur einen winzigen Teil des unendlichen Ganzen heraus. Vom Gesichtspunkt des denkenden, erlebenden Menschen aus sind die im Geiste liegenden M\u00f6glichkeiten, sich zu verbinden, unbegrenzt; die \u00e4u\u00dfere Welt jedoch erscheint als eine Zusammenstellung von begrenzten Ausschlie\u00dflichkeiten: wo ein Raumesk\u00f6rper ist, kann eben kein anderer sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Geistig gesehen<\/em> gibt es keine vollst\u00e4ndige Vernichtung. Auch, was <em>\u00e4u\u00dferlich<\/em> in der Sinneswelt vollst\u00e4ndig vernichtet scheint, bleibt geistig vorhanden und wird sich in der Zukunft wiederum Geltung verschaffen. Wie Wellen aus dem Untergrund schlagen solche Bewegungen dann in die Au\u00dfenwelt hinein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun ist aber bereits deutlich geworden<a href=\"#sdfootnote6sym\" id=\"sdfootnote6anc\"><sup>6<\/sup><\/a>, dass die von mir erlebte Raumeswelt, <em>meine<\/em> Welt also, nicht das Ganze der Wahrheit der Welt ist. Dieser von mir erlebten Welt zugrunde liegt etwas, was ich nicht in ihren <em>Gegenst\u00e4nden<\/em>, sondern nur dort finden kann, wo ich in einen Umgang mit dem mir gegen\u00fcber stehenden Welten-Schein eintrete: in meinem eigenen Seelisch-Geistigen also.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben dem oben schon angesprochenen geistigen Freiheits-Kern meines eigenen Lebens hat das Welt-Erleben noch eine andere Seite: die mir im Alltag verborgenen Untergr\u00fcnde der \u00e4u\u00dferen Raumeswelt. Warum ist diese Welt so, wie sie ist? Wie kommt es, dass diese Welt mich selber in die Lage gebracht hat, sie als \u201eeng\u201c, angstbesetzt zu erleben, und zugleich das Freilegen von nur meinem eigenen Geist zug\u00e4nglichen Zusammenh\u00e4ngen zu f\u00fcrchten, kurzum, die \u201eGewalt der Welt\u201c und die \u201eWelt als Schein\u201c erleben zu m\u00fcssen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir kommen hier an die polare Frage zu derjenigen nach f\u00fcr uns Heutige nur im Innern aufzufindenden Wahrheit; zu der Frage n\u00e4mlich, wie die im Innern denkend m\u00f6gliche Befreiung in der Welt wirksam werden k\u00f6nnte. Einen Hinweis gab die Betrachtung des Zusammenhanges von Angst und Gewalt<a href=\"#sdfootnote7sym\" id=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a>: nur v\u00f6lliges Verstehen der auf den Menschen wirkenden Welten-Gewalt kann helfen, die Gewalt gleichsam \u201eauszurotten\u201c und damit die innerlich im Denken m\u00f6gliche Freiheit auch in der \u00e4u\u00dferen Welt zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier stellen sich allerdings sofort Denk- und Lebensgewohnheiten in den Weg, die das Weiterschreiten verhindern wollen. Es scheint uns ja selbstverst\u00e4ndlich, dass wir \u00e4u\u00dfere Gewalt nur auf <em>ihrem<\/em> Felde \u2013 dem \u00e4u\u00dferen Weltendasein also \u2013 besiegen und \u201eausrotten\u201c k\u00f6nnen. Wie schon gezeigt, ist dies aber ein Irrtum. Denn auch unsere Anschauung von der zwingenden Au\u00dfenwelt ist eben \u2013 <em>unsere<\/em> Anschauung. Sie liegt in uns selber, in unserer Art, \u00fcber die Welt zu denken, die zu erkennen uns die Furcht vor der Wahrheit unserer selbst gew\u00f6hnlich hindern will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit kann aber etwas beginnen, was sehr viel m\u00fchsamer, langwieriger und schwieriger zu sein scheint als die gef\u00fcrchtete Begegnung mit der Wahrheit unserer selbst. Es ist dies das Eintreten in die reale Umgestaltung des Welterlebens aus der bewussten Einsicht in die Tatsache, dass die geistigen Urgr\u00fcnde der Au\u00dfenwelt nur dann aufgefunden werden k\u00f6nnen, wenn sie im Geiste, also niemals in den einzelnen, gegebenen Gegenst\u00e4nden des Weltenscheins selber gesucht werden. Der Welten<em>geist<\/em> muss eben durch den Menschengeist gesucht werden, den der individuelle Mensch in sich zum Bewusstsein bringen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer ist dieser Weltengeist? Es ist derjenige Geist, oder besser gesagt dasjenige geistige Wesen, das uns bis an diejenige Stelle gebracht hat, an der wir jetzt sind und beginnen k\u00f6nnen, bewusst in diesen Werdeprozess mitgestaltend einzutreten. Traditionell wird dieses Wesen \u201eGott\u201c genannt. Es hat uns also in die Lage versetzt, nun gleichsam \u201eMit-Gott\u201c zu werden. Uns als \u201eMit-Gott\u201c zu erkennen, k\u00f6nnen wir durch die \u00dcberwindung der Furcht lernen, also durch Umgestaltung unseres eigenen seelisch-geistigen Lebens. Der von uns gef\u00fcrchtete Gott, den wir in uns finden k\u00f6nnen durch \u00dcberwindung der Furcht, hat eine zweite Seite in einem Prozess, der sich in der \u00e4u\u00dferen Welt zeigen muss, in dem sich nach und nach die Wahrheit <em>der Welt<\/em> erweisen soll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie die Umgestaltung unseres Inneren einhergehen muss mit der \u00dcberwindung der Furcht vor der Wahrheit durch den Erkenntnismut, so muss auch die Angst vor der Gewalt \u00fcberwunden werden durch genau dasjenige, was uns der Welten-Gewalt gegen\u00fcber am schwersten f\u00e4llt: durch das <em>verstehende<\/em> Aufnehmen der Gewalt als zuk\u00fcnftig von uns zu \u00dcberwindendes. Um es nochmals deutlich zu machen: <em>Verstehen<\/em> ist nicht Guthei\u00dfen, und schon gar nicht Unterwerfung. Verstehen ist aber Vorbedingung jeder Umgestaltung. Und dieses Verstehen kann nicht ein \u00e4u\u00dferliches Beschreiben sein. \u00c4u\u00dferlich beschreiben kann man nur die \u00e4u\u00dfere <em>Erscheinung <\/em>der Gewalt. Nein, verstehen hei\u00dft hier, etwas ganz aus sich selbst heraus nachvollziehen zu k\u00f6nnen, sich selber also gleichsam in den Urgrund der Gewalt hineinversetzen zu k\u00f6nnen. Und etwas ganz aus seinem Urgrund verstehen, es in uns aufzunehmen, indem wir uns in dieses Fremde selber hineinversetzen, etwas also ganz aus sich selber heraus verstehen, das k\u00f6nnen wir nur, wenn wir uns frei aus uns selber ihm zuwenden wollen, es also \u2013 <em>lieben.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei so einem Satz str\u00e4ubt sich alles in uns zun\u00e4chst. Das liegt aber nur an unerkannten Denkgewohnheiten. Wie schon gesagt: denkendes Verstehen ist nicht Guthei\u00dfen der Erscheinung, und entsprechend hei\u00dft Lieben nicht, alles genauso haben oder tun zu wollen, wie es gerade geschieht oder von uns verlangt wird. Ebenso wie selbst-bewusstes, denkendes Verstehen uns vom Schein zur Wahrheit f\u00fchren kann, soll die Liebe die Welt durch das \u201eAusrotten\u201c der Gewalt zu einer menschen- und geistgem\u00e4\u00dfen umgestalten. Ein solcher Weg fordert aber von dem Menschen, der ihn betritt, Geduld und Leidenskraft, eine Kraft also, die nicht sich der Gewalt blo\u00df unterwirft (ein zeitweises Ausweichen ist keine Unterwerfung), sondern die sich selber aus den Quellen des Menschengeistes immer wieder so zu st\u00e4rken wei\u00df, dass die Gewalt letztendlich davor schwinden und sich selber begrenzen muss.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"gegenwart-des-menschen\">Gegenwart des Menschen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Mensch, der sich selber zwischen der Furcht und der Angst zu verlieren droht, ist damit auf zwei unterschiedliche Wege zur Behauptung seiner selbst verwiesen: nach innen, wo er in der \u00dcberwindung der Furcht vor der Wahrheit den Sch\u00f6pfergott in sich finden kann, und nach au\u00dfen, wo liebendes Erkennen des angsterregenden Schicksales den Menschen in die Weite der unbegrenzten Entwicklungsm\u00f6glichkeiten voranschreiten l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kann der Mensch den Mut nicht aufbringen, den Schleier vor der Wahrheit der eigenen Freiheit zu durchdringen, so verbleibt er im Schein. Versucht der Mensch \u2013 egal ob innerlich frei oder dem Schein verhaftet \u2013 sein Schicksal in der Welt zu erzwingen, so prallt er an der \u00e4u\u00dferen Gewalt ab. Wie im Innern der Schein der Welt nur entkr\u00e4ftet werden kann, indem sich das denkende Erkennen auf sich selber wendet und st\u00fctzt, so kann die Gewalt nur \u201eausgerottet\u201c werden, indem der Mensch liebend den wahren Intentionen des Weltgeschehens seine eigene Kraft schenkt und ihnen dadurch zur wahren Offenbarung und Wirkung verhilft. Dadurch verbinden sich Freiheit und Liebe zur <em>Weisheit<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit macht der Mensch sein Inneres in sich selbst zum Objekt (wie oben dargelegt), und gleichzeitig das Weltgeschehen zu seiner eigenen Sache<a href=\"#sdfootnote8sym\" id=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a>. Freiheit und Liebe sind die beiden Seiten ein und desselben: des MENSCHEN, der sich in allen individuellen Variationen der irdischen Person nach und nach als lebendiges Entwicklungszentrum des Zuk\u00fcnftigen geltend machen will.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist niemals m\u00f6glich, wenn man nur die Angst und die Furcht loswerden, sich selber (und damit den grundlegenden Charakter der Erscheinungswelt) aber unver\u00e4ndert lassen will. Wer so etwas anstrebt, l\u00f6scht den Menschen aus, der dann n\u00e4mlich, durch Angst und Gewalt aus der Welt gesteuert, jede Chance vergibt, die Furcht und damit den Schein zu \u00fcberwinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ICH des Menschen dringt eben zur wirklichen Gegenwart nur vor, indem es die Furcht und die Angst als Wegweiser zu seiner eigenen, frei sich gestaltenden Existenz anerkennt \u2013 und, ja, auch erleidet, was ihm dadurch zukommt. Den Schein und die Gewalt kann man eben nicht \u00fcberwinden, indem man sich ihnen unterwirft oder sie einfach nur wegschaffen will<a href=\"#sdfootnote9sym\" id=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a>. In beiden F\u00e4llen <em>glaubt<\/em> man ihnen, was sie vorgeben zu sein. Der Mensch muss aber durchdringen zum <em>Erkennen ihrer Wahrheit.<\/em> Dann erst, wenn der Mensch dem Schein und der Gewalt ihr Wahrheit spiegelt, <em>mitleidend<\/em> mit dem Gott, der ihm den Schein erschuf, und mit dem Geist, der aller Gewalt erst entrungen werden muss, \u2013 dann erst wird der Mensch seiner Gegenwart gerecht und damit <em>weise <\/em>werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\" id=\"nachbemerkung\">Nachbemerkung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rudolf Steiner schuf unter anderem auch eine Holzstatue, die in der Mitte den \u201eMenschheitsrepr\u00e4sentanten\u201c, den er auch den Christus nennt, und oben und unten zwei Verf\u00fchrerm\u00e4chte zeigt, die eine hochfliegend, aber ohne Bezug zur Erde nehmen zu wollen, die andere in der Erde, von dortaus in die Menschensph\u00e4re dr\u00e4ngend. Beiden gegen\u00fcber verh\u00e4lt sich der Menschheitsrepr\u00e4sentant so, dass er ihnen durch seine Haltung erkennendes, unendliches Mitleiden zeigt, <em>sie selber<\/em> aber sich <em>dadurch<\/em> an der Ausf\u00fchrung ihrer Intentionen hindern. Die Schilderung ist sehr eindrucksvoll; ich empfehle hier, sie nachzulesen<a href=\"#sdfootnote10sym\" id=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a9 Stefan Carl em Huisken 2021<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote1anc\" id=\"sdfootnote1sym\">1<\/a>Diesen treffenden Ausdruck verwendet Rudolf Steiner in seinem Vortrag vom 19. Dezember 1920, der sowieso eine empfehlenswerte, vertiefende Lekt\u00fcre ist. Steiner, Rudolf: Die Br\u00fccke zwischen der Weltgeistigkeit und dem Physischen des Menschen. GA 202. \u2013 Dornach, 1993, S. 199 ff<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote2anc\" id=\"sdfootnote2sym\">2<\/a>Ein in der Szene der anonymen Alkoholiker bekanntes Wort, das ihnen vielfach Wegleitung aus der Bedr\u00e4ngnis zu geben vermag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote3anc\" id=\"sdfootnote3sym\">3<\/a>vgl. dazu auch <a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/das-boese-was-hilft-die-aufregung-die-kraefte-wirksam-nutzen\/\">https:\/\/emhuisken.de\/das-boese-was-hilft-die-aufregung-die-kraefte-wirksam-nutzen\/<\/a>, wo ich diese Situation im Zusammenhang mit der Frage von Gut und B\u00f6se besprochen habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote4anc\" id=\"sdfootnote4sym\">4<\/a>Ganz in diesem Sinne ist ja der Titel von Rudolf Steiners Buch \u201eDie Geheimwissenschaft im Umriss\u201c zu verstehen: eine Wissenschaft, die von dem handelt, was f\u00fcr das allt\u00e4gliche Bewusstsein \u201egeheim\u201c ist, also ihm nicht ohne Weiteres erscheint.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote5anc\" id=\"sdfootnote5sym\">5<\/a>Auch im Traum hat man ja Wahrnehmungen; gemeint ist hier also der wirkliche traumlose Schlaf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote6anc\" id=\"sdfootnote6sym\">6<\/a>s.o. Abschnitt \u201eFurcht und Schein\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote7anc\" id=\"sdfootnote7sym\">7<\/a>s.o. Abschnitt \u201eAngst und Gewalt\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote8anc\" id=\"sdfootnote8sym\">8<\/a>Ich verweise in diesem Zusammenhang immer wieder auf einen fr\u00fchen Aufsatz von Rudolf Steiner, in dem das hier Dargestellte in einer gewissen Sch\u00e4rfe und Klarheit auf den Punkt gebracht ist. Steiner schreibt dort: <em>\u201eNicht selbstlos soll der Mensch werden; das kann er nicht. Und wer sagt, er kann es, der l\u00fcgt. Aber die Selbstsucht kann sich bis zu den h\u00f6chsten Weltinteressen aufschwingen. Ich kann die Angelegenheiten der ganzen Menschheit besorgen, weil sie mich ebenso wie meine eigenen interessieren, weil sie zu meinen eigenen geworden sind. (&#8230;) Erweitert euer Selbst nur erst zu Welt-Selbst, und dann handelt immerzu egoistisch. Seid wie das H\u00f6kerweib, das Eier auf dem Markt verkauft. Nur besorgt nicht das Eiergesch\u00e4ft aus Egoismus, sondern besorgt das Weltgesch\u00e4ft aus Egoismus.&#8220; <\/em>(Rudolf Steiner: Der geniale Mensch. in: Steiner, Rudolf: Methodische Grundlagen der Anthroposophie. Gesammelte Aufs\u00e4tze 1884-1901. GA 30. \u2013 Dornach, 1989. S. 431 f)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote9anc\" id=\"sdfootnote9sym\">9<\/a>vgl. dazu den Satz Rudolf Steiners: <em>\u201eMan muss sich der Idee erlebend gegen\u00fcberstellen k\u00f6nnen; sonst ger\u00e4t man unter ihre Knechtschaft.&#8220;<\/em> Steiner, Rudolf: Die Philosophie der Freiheit. Grundz\u00fcge einer modernen Weltanschauung. Seelische Beobachtungsresultate nach naturwissenschaftlicher Methode. \u2013 Dornach, 1973. S. 271<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"#sdfootnote10anc\" id=\"sdfootnote10sym\">10<\/a>vgl. Steiner, Rudolf: Das Geheimnis des Todes. GA 159. \u2013 Dornach, a980, S. 248 f<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Furcht und Angst sind im gegenw\u00e4rtigen Bewusstsein zu m\u00e4chtigen, das Verh\u00e4ltnis zur Welt pr\u00e4genden Gr\u00f6\u00dfen geworden. 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