{"id":2942,"date":"2021-10-29T23:32:43","date_gmt":"2021-10-29T22:32:43","guid":{"rendered":"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/?p=2942"},"modified":"2022-11-22T11:30:59","modified_gmt":"2022-11-22T10:30:59","slug":"der-mensch-im-sozialen-organismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/2021\/10\/der-mensch-im-sozialen-organismus\/","title":{"rendered":"Der Mensch im sozialen Organismus"},"content":{"rendered":"<div class=\"pdfprnt-buttons pdfprnt-buttons-post pdfprnt-top-right\"><a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2942?print=print\" class=\"pdfprnt-button pdfprnt-button-print\" target=\"_blank\" ><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/plugins\/pdf-print\/images\/print.png\" alt=\"image_print\" title=\"Print Content\" \/><span class=\"pdfprnt-button-title pdfprnt-button-print-title\">F\u00fcr l\u00e4ngere Texte empfehle ich vorherigen Ausdruck<\/span><\/a><\/div>\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Was ist der Mensch im Verh\u00e4ltnis zur ihn umgebenden Welt, insbesondere im Hinblick auf das Zusammenwirken mit anderen Menschen, also dasjenige, was man das \u201eSoziale\u201c zu nennen gewohnt ist, und das in der Gesamtheit seiner Glieder einen Organismus bildet? Der einzelne Mensch wirkt in diesen sozialen Organismus hinein, und zugleich pr\u00e4gt dieser die Handlungsm\u00f6glichkeiten des Einzelnen. Welche Bedeutung hat der Einzelne im Ganzen? Solche Fragen m\u00f6gen heute Manchem \u201eunter den N\u00e4geln brennen\u201c. Ein Versuch, mit solchen Fragen umzugehen.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Mensch<\/h3>\n\n\n\n<p>Der Mensch ist ja ein vielf\u00e4ltiges Wesen: man kann einen nur geistig fassbaren inneren Teil, einen leiblich-\u00e4u\u00dferlichen und einen mittleren, seelischen Teil unterscheiden, in welchem letzteren die beiden anderen vorkommen, und der insofern das Menschen-Ganze zusammenh\u00e4lt und erfahrbar macht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Geist<\/h4>\n\n\n\n<p>Den nur <em>geistig<\/em> fassbaren inneren Teil nennen wir gew\u00f6hnlich ICH; eine merkw\u00fcrdige Benennung, die jeder Mensch gleicherma\u00dfen f\u00fcr sich selber verwendet, so dass dasjenige, worauf mit diesem Wort gewiesen ist, in jedem Menschen anders <em>erscheint<\/em>. Alle verwenden denselben Namen, aber jeder f\u00fcr ein Anderes, und darin sind die Menschen doch alle wiederum gleich. Wie kann das sein, dass alle Menschen sich gleich benennen<a href=\"#sdfootnote1sym\"><sup>1<\/sup><\/a>, aber doch jeder etwas Verschiedenes damit meint?<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir in dieser Weise alle in uns tragen, kann niemals in einer abschlie\u00dfenden \u201eDefinition\u201c festgezurrt werden, denn es ist in st\u00e4ndiger Ver\u00e4nderung von Augenblick zu Augenblick, von Mensch zu Mensch, und doch in dieser Ver\u00e4nderlichkeit seiner Grundform nach ewig gleich. Es zu fassen, kann nur jeder bei sich selber, ganz im Innern beginnen. Dennoch pr\u00e4gt es sich in der Welt aus in jedem f\u00fcr sich einzigartigen, individuellen menschlichen Lebenslauf.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Seele<\/h4>\n\n\n\n<p>Der Ort, wo dieses allen Menschen eigene, aber doch als Ganzes unbekannte, unwahrnehmbare Wesen ICH erscheint, ist die <em>Seele.<\/em> Nehmen wir an dieser Stelle \u2013 unter Hintanstellung philologischer Gebr\u00e4uche \u2013 das Wort einmal nach seinem Laut: dann ist die Seele dasjenige Feld, wo \u201edas Sehen lebt\u201c, wo ein wahrnehmendes Tun sich in das Leben stellt. In dieser Seele tritt also das ICH auf, indem es sich einer \u201eWelt\u201c genannten Gesamtheit von Wahrnehmungen gegen\u00fcber erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p>Von sich selber wei\u00df das ICH eigentlich nur, dass es existiert, der Welt gegen\u00fcber. Einen wirklichen Wahrnehmungs<em>inhalt<\/em> von sich hat es nicht, denn es ist ja gerade das durch die Seele wahrnehmende Wesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Seele lebt also <em>zwischen<\/em> dem ICH und der Welt, <em>f\u00fchlt<\/em> Misskl\u00e4nge oder Harmonie zwischen beiden, Antipathie und Sympathie. Sie wirkt hinein in alles, was zu ihr geh\u00f6rt, indem sie ein <em>Wollen<\/em> zur Geltung bringt. Sie kommt zu einem Bewusstsein von Ich, Welt und sich selber durch das <em>Denken<\/em>. Diese Drei \u2013 Denken, F\u00fchlen und Wollen \u2013 sind also die Grundt\u00e4tigkeiten der Seele.<\/p>\n\n\n\n<p>Keine dieser Grundt\u00e4tigkeiten steht jedoch f\u00fcr sich, gleichsam \u201eautark\u201c und unabh\u00e4ngig von den anderen. Jedem Tatimpuls, dem ein Mensch folgt, sind in ihm gewordene Erkenntnisse und Erfahrungen ebenso zu eigen wie pers\u00f6nliche Zu- und Abneigungen. Dennoch kann man feststellen, dass jeweils im Denken, F\u00fchlen und Wollen unterschiedliche Prinzipien im Vordergrund stehen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Im <em>Denken <\/em>stehen Schl\u00fcssigkeit, Logik, Angemessenheit, ja eigentlich Fragen von Wahrheit oder Unwahrheit im Umgang mit dem vorliegenden Gewordenen der Welt \u2013 der individuellen Welt-Anschauung also \u2013 im Vordergrund. Soll der Wahrheit einer Sache nahe gekommen werden, d\u00fcrfen Fragen des F\u00fchlens wie Sympathie oder Antipathie ebensowenig bestimmend werden wie pers\u00f6nliche Willensimpulse des Einzelnen.<\/li>\n\n\n\n<li>Das <em>F\u00fchlen<\/em> zeigt nur dann das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Inneren und \u00c4u\u00dferen des Menschen ungehindert an, wenn es gleichsam frei schwingend zwischen den Polen von Zu- oder Abneigung in rhythmischer Bewegung bleiben kann. N\u00fcchternes, \u201ekaltes\u201c Vorstellen der Welt, wie es zur Gewinnung von Wahrheit n\u00f6tig ist, hat immer ganz notwendig und berechtigt etwas Antipathisches; wollende, gestaltende Zuwendung ist dagegen unweigerlich sympathisch durcht\u00f6nt. Soll der Mensch im F\u00fchlen also seine Mitte \u2013 das \u201eHerz\u201c \u2013 nicht verlieren, darf es weder von Denken noch vom Wollen einseitig vereinnahmt werden. Nur frei schwingend kann es den Werdeproze\u00df des Menschen sinnvoll regulieren.<\/li>\n\n\n\n<li>Das <em>Wollen <\/em>richtet sich ganz auf das Ziel, den zu erreichenden Zweck. Dieser ist nun etwas, von dem man wohl Vorstellungen hat, wenn man sich einem Willensimpuls hingibt. Inwieweit dieser aber wie vorgestellt Realit\u00e4t haben wird, ist im Tun noch nicht bekannt; nicht einmal die Art, wie der \u00dcbergang von der Vorstellung des Gewollten in die konkrete Tat genau zustande kommt, kennt der t\u00e4tige Mensch im Einzelnen.<br>Bindet man nun seine Taten an die eigene Gef\u00fchlswelt mit ihren Sympathien und Antipathien, so wird das Wollen egoistisch, denn es wird dann durch das ganz pers\u00f6nliche, f\u00fchlende Verh\u00e4ltnis zur Welt gelenkt, und der urspr\u00fcngliche Zweck ger\u00e4t aus dem Blick (es sei denn, der angestrebte Zweck ist von vornherein ein egoistischer).<br>Bindet man seine Taten an die eigenen, gewordenen Erkenntnisse, die eigene Anschauung von der Welt, so entsteht nichts wirklich Neues, denn es wird letztlich nur reproduziert, was aus dem schon Gewordenen hervorgeht. Wer <em>zu<\/em> viel zweifelt an seinem eigenen zukunftsgerichteten Streben, wird immer den Erfolg am schon Erreichten messen; die gr\u00f6\u00dften Fortschritte und neuen Einschl\u00e4ge im Fortkommen der Menschheit sind aber meist erreicht worden, wo das hei\u00dfe Streben, die Liebe zur Tat, auch in aussichtslosester Lage, ganz unabh\u00e4ngig vom Gefallen oder Nichtgefallen der Situation, das Ziel weiterverfolgt hat und so oftmals das scheinbar Unm\u00f6gliche doch erreichen konnte.<br>Das Wollen, wenn es wirklich der Sache wegen ins Leben tritt, ist daher eigentlich die <em>Liebe zur <\/em><em>selbst<\/em><em>gewollten Tat<\/em>.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Leib<\/h4>\n\n\n\n<p>Von der <em>Au\u00dfenwelt<\/em> Kenntnis erlangt die Seele \u2013 und durch sie das Ich \u2013 vermittels des <em>Leibes<\/em>, den sie an sich tr\u00e4gt. Er ist das \u00e4u\u00dferlichste Glied des Menschen, \u00fcber das ja die heutigen Menschen glauben, schon recht gut Bescheid zu wissen. Was die \u00e4u\u00dferlich wahrnehmbaren Tatsachen (Anatomie, Chemie, Mechanik etc.) angeht, trifft dieser Glaube auch zu. Aber bis heute wei\u00df noch kaum jemand wirklich genau, worin und wodurch das diesem Leib eigene Leben besteht, warum er genau so ist, wie er ist bei jedem individuellen Menschen, und vor allem, wie dieser Leib mit dem Seelischen und dem Geistigen des Menschen zusammenwirkt. Dar\u00fcber gibt es allenfalls Theorien, die aber von ehrlichen Wissenschaftlern immer als begrenzt g\u00fcltig und sehr vorl\u00e4ufig angesehen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Was beobachtet werden kann, ist, dass der Leib das Mittel des Menschen ist, durch das er der Au\u00dfenwelt gegen\u00fcbertreten kann; der Leib ist Teil dieser Au\u00dfenwelt und ebenso Teil seines menschlichen Besitzers. Durch die leibliche Existenz des Menschen wird vermittels der Seele aus der allgemeinen <em>Form <\/em><em>des ICH-Seins<\/em>die lebendige Anwesenheit eines individuellen erlebenden Menschen in der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>So angeschaut, erscheint der Mensch als ein dreigliedriges Wesen aus Geist, Seele und Leib. Jedes dieser Glieder ist weiter in sich differenziert; f\u00fcr die hier durchgef\u00fchrte Betrachtung ist zun\u00e4chst vor allem die Gliederung der Seelent\u00e4tigkeiten in Denken, F\u00fchlen und Wollen von Bedeutung, warum auch auf diese n\u00e4her hingewiesen wurde, und Weiteres \u00fcber Gliederungen von Leib und Geist weggelassen wurde.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Organismus<\/h3>\n\n\n\n<p>Im Sinne des griechischen Wortes <em>organon <\/em>=\u201eMittel, Hilfsmittel, Werkzeug\u201c liegt es, einen lebendigen Zusammenhang sinnvoll ineinander wirkender Organe, die zusammen wiederum ein in sich abgeschlossenes Ganzes bilden, als \u201eOrganismus\u201c zu bezeichnen. Jedes Organ dient diesem Ganzen gleichsam als spezialisiertes \u201eWerkzeug\u201c f\u00fcr einen besonderen Zweck.<\/p>\n\n\n\n<p>Jedes Organ kann aber eine relative Selbst\u00e4ndigkeit bewahren, indem seine Wirkens- und Lebensprinzipien sich von denjenigen der anderen Organe unterscheiden. Diese Organe wirken <em>i<\/em><em>neinander<\/em> im Rahmen des Gesamtorganismus, durchdringen sich in ihrer Wirkung, eben so, wie es in allen lebendigen, aus sich heraus sich entwickelnden Prozessen geschieht. Die Gesetzm\u00e4\u00dfigkeiten, die zum Beispiel der Verdauung im menschlichen Organismus zugrundeliegen, haben einen g\u00e4nzlich anderen Charakter als diejenigen, nach denen die seelischen Prozesse im Denken, F\u00fchlen und Wollen vonstatten gehen. Dennoch wirken beide Bereiche im ganzen Menschen zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dagegen folgt in einem <em>Mechanismus, <\/em>einer <em>Maschine<\/em> jeder Teil denselben zugrundeliegenden, physisch-mechanischen Naturgesetzen. Entsprechend wirken die einzelnen Teile auch wie \u00e4u\u00dferlich getrennte Gegenst\u00e4nde aufeinander, nur zusammengef\u00fcgt durch das Konstruktionsprinzip des Gesamtmechanismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun kann ein lebendiger Organismus durch seine aus sich heraus erfolgende Entwicklung in Gegensatz zu den Tatsachen, Ereignissen und Wesen seiner Umgebung kommen; er tr\u00e4gt sein Bildeprinzip in sich, ebenso wie jeder ihm begegnende fremde Organismus. Sind beide zu unterschiedlich konfiguriert, passen sie also nicht zueinander, so werden sie einander zu \u201eSt\u00f6renfrieden\u201c. Da wirkt dann das Leben, das Polarit\u00e4ten immer wieder in Prozesse \u00fcberf\u00fchrt \u2013 die Organismen werden in einen Kl\u00e4rungsprozess eintreten m\u00fcssen, jeder nach seinen Prinzipien (siehe besonders den letzten Abschnitt dieses Artikels).<\/p>\n\n\n\n<p>Mechanismen sind aber immer von Au\u00dfen her gestaltet; f\u00fcr alle Mechanismen gelten die gleichen physikalisch-mechanischen Bildegesetze. Bei ihnen kann also lediglich von einem Konstruktionsmangel gesprochen werden, wenn sie einander st\u00f6ren; bei der Konstruktion wurde das Zusammenwirken nicht gen\u00fcgend ber\u00fccksichtigt. So etwas ist dann immer nach den einheitlichen zugrundeliegenden Gesetzen \u201ereparierbar\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser Unterschied zwischen Maschinen, die grunds\u00e4tzlich nach den einheitlichen Naturgesetzen des Maschinenwesens funktionieren, und Organismen, die jeweils ihr eigenes Bildprinzip in sich tragen und bis in die Bildung der einzelnen Organe hinein sehr unterschiedlich sein k\u00f6nnen, ist im heutigen Bewusstsein vielfach verwischt. Man betrachtet auch Menschen, Tiere, Pflanzen, die ganze Natur nach dem Modell von Maschinen, und meint, dass man eben gewisse Einzelheiten lebendiger Wesen blo\u00df <em>noch<\/em> nicht physikalisch-mechanistisch erkl\u00e4ren kann, wie zum Beispiel dasjenige, was alle diese Wesen zu selbst\u00e4ndiger Entwicklung aus sich heraus veranlasst: das Leben selbst. Wenn man nicht wei\u00df, was das Leben ist, wie will man dann wissen, dass es sich \u00fcberhaupt physikalisch-mechanistisch erkl\u00e4ren l\u00e4sst?<\/p>\n\n\n\n<p>Die wesentlichste, grundlegende Eigenschaft von Organismen \u2013 im Unterschied zu Maschinen oder Mechanismen \u2013 ist eben die Tatsache, dass sie <em>selbst\u00e4ndiges<\/em> <em>Leben<\/em> in sich tragen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sozialer Organismus<\/h3>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne wird hier von einem \u201esozialen Organismus\u201c und nicht einem \u201eMechanismus\u201c oder einem \u201eSystem\u201c gesprochen, wiewohl man zugeben muss, dass manche Organe im Sozialen (z.B. der Verwaltungsb\u00fcrokratie) eher nach mechanisch-maschinellen als nach lebendig-organischen Gesichtspunkten gestaltet sind<a href=\"#sdfootnote2sym\"><sup>2<\/sup><\/a>. Das soziale Feld wird insofern als ein in sich selbst\u00e4ndiges betrachtet, das seine eigenen Bildgesetze in sich tr\u00e4gt und dadurch auch ein eigenes, selbst\u00e4ndiges Leben entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass dies so sein muss, ergibt sich aus dem Wort <em>sozius <\/em>= \u201eTeilhaber, Gef\u00e4hrte, Genosse\u201c, was bedeutet, dass die \u201eGenossen\u201c alle Teil haben an einem <em>gemeinsamen<\/em> Besitz. Wohlgemerkt: nicht jeder hat <em>seinen<\/em> Teil f\u00fcr sich ganz allein, sondern <em>alle<\/em> haben das<em> Ganze gemeinsam<\/em>. Dem entspricht die Eigenschaft von Organismen, dass ihre Glieder <em>ineinander<\/em> und nicht blo\u00df <em>\u00e4u\u00dferlich aufeinander<\/em> wirken (s.o.)<\/p>\n\n\n\n<p>Eine solche Umschreibung des sozialen Organismus trifft ohne Zweifel auf die Gesamtheit der auf der Erde lebenden Menschen der Erde gegen\u00fcber zu, kann <em>in diesem Rahmen<\/em> eingeschr\u00e4nkt aber auch f\u00fcr Teile des Ganzen, also zum Beispiel eine regionale Bev\u00f6lkerung im Hinblick auf die Naturverh\u00e4ltnisse der von ihnen bewohnten Region geltend gemacht werden. Solche regionalen Glieder<a href=\"#sdfootnote3sym\"><sup>3<\/sup><\/a> k\u00f6nnen dann als f\u00fcr die \u00f6rtlichen Bedingungen angepasste Organe des gro\u00dfen sozialen Organismus der Gesamtmenschheit und ihrer Welt aufgefasst werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser soziale Organismus insgesamt wird von denjenigen gebildet, die in ihm \u201eGenossen\u201c sind; dies sind \u2013 mit der M\u00f6glichkeit des Bewusstwerdens der eigenen Situation im Ganzen ausgestattet \u2013 zun\u00e4chst die beteiligten Menschen<a href=\"#sdfootnote4sym\"><sup>4<\/sup><\/a>. Es liegt nun auf der Hand, dass in einem von Menschen gebildeten und in seinen Organen gestalteten Organismus immer dann die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche \u00dcbereinstimmung des Einzelnen mit dem Ganzen gegeben ist, wenn die Bildung der Organe, ja des ganzen Organismus die grundlegenden Charakteristika der beteiligten Menschen abbildet, und darum jeder Einzelne im Ganzen den ihm entsprechenden Mitwirkungsort finden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir haben oben auf drei wesentliche T\u00e4tigkeitsformen der menschlichen Seele geschaut: Denken, F\u00fchlen und Wollen. So mag hier die Frage weiterf\u00fchren, wie diese drei T\u00e4tigkeiten jedes einzelnen, seelisch erlebenden Menschen im sozialen Organismus ineinander wirkend t\u00e4tig sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Geistesleben<\/h4>\n\n\n\n<p>Alles dasjenige, was im Einzelnen mit dem <em>Denken<\/em> und der <em>individuellen Weltauffassung <\/em>zu tun hat und insofern alles Erkennen der Tatsachen und ihrer Wahrheit betrifft, wird auf das Gesamt-Menschheitliche orientiert dadurch, dass jede einzelne, individuelle Weltsicht einschlie\u00dflich ihres Ausdrucks im gemeinsamen Leben, die ja immer nur dieser eine Mensch haben kann so wie er sie hat, sich mit allen anderen Welt-Anschauungen zu einem menschheitlichen Geistesleben zusammenschlie\u00dft, das dann erst dasjenige hervorbringen kann, was man \u201eWahrheit\u201c zu nennen pflegt.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Jeder Ausschlu<\/em><em>ss <\/em><em>auch nur einer einzigen individuellen Weltsicht in Bezug auf das jeweils in Frage Stehende<\/em><em>, zum Beispiel aus rechtlichen oder wirtschaftlichen Gr\u00fcnden,<\/em><em> f\u00fchrt zu einer Abweichung von der einheitlichen Gesamt-Wahrheit, also zu Illusion, oder anders gesagt Unwahrheit und L\u00fcge.<\/em> F\u00fcr das gesunde Entwickeln dieser Gesamt-Wahrheit im geistigen Leben der Menschheit besteht daher die Bedingung der <em>Freiheit jeder geistigen Bet\u00e4tigung<\/em> und gleichzeitig der Anerkennung jeder, auch der gegens\u00e4tzlichsten Sichtweise als im Rahmen des Ganzen zun\u00e4chst g\u00fcltig. Erst die freie Konkurrenz der Ansichten kann entscheiden, was der gesamtheitlichen Wahrheit f\u00f6rderlich ist und sich darum durchsetzen kann. Nur durch verstehende Wahrnehmung des Fremden und seine Zusammenf\u00fcgung mit dem Eigenen in jedem Menschen kann nach und nach die Gesamt-Wahrheit im Menschen entwickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wirtschaftsleben<\/h4>\n\n\n\n<p>Im Wirtschaftsleben lassen die Menschen ihre <em>Willensimpulse<\/em> in der Nutzung der vorhandenen Weltgegenst\u00e4nde zum Zwecke Erhalts und der Pflege der irdisch-leiblichen Existenzgrundlage zusammenflie\u00dfen. Dies ergibt sich schon allein daraus, dass die Menschen einander eben alle \u201eGenossen\u201c sind, Teilhaber am Ganzen der Welt im Sinne eines gemeinsamen Besitzes. So lapidar der Satz klingt, so vertrackt sind allerdings die praktischen Probleme, die dadurch aufgeworfen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der f\u00fcr uns Heutige zumindest abstrakt selbstverst\u00e4ndliche Blick auf die Begrenztheit der global vorhandenen Ressourcen ist n\u00e4mlich eine durchaus neue Sache; in der Vergangenheit galt Besitz und Eigentum als etwas, was dem Einzelnen zukommt gem\u00e4\u00df seinem Schicksal, seiner Herkunft aus einer bestimmten sozialen Gruppe, seiner Macht \u00fcber Andere (d.h. auch der Macht, andere zu berauben). Pers\u00f6nliche T\u00fcchtigkeit spielte dabei eine geringere Rolle, es sei denn, sie lebte sich in Eroberungen oder anderen Formen der Besitzergreifung aus. Dies war so lange m\u00f6glich, wie die Gr\u00f6\u00dfe der Ressourcen die M\u00f6glichkeiten der danach greifenden Menschen deutlich \u00fcberwog. Diese Zeit hat aber nun schon l\u00e4nger geendet. Die dessen ungeachtet immer noch vorhandene, gewohnheitsm\u00e4\u00dfige Fortsetzung der gewordenen Verh\u00e4ltnisse der Vergangenheit entspricht nicht den Notwendigkeiten; dies f\u00fchrt zu Konflikten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus begrenzten Ressourcen das f\u00fcr Alle m\u00f6gliche Beste zu erzielen, kann nur im vertrauensvollen Zusammenwirken der Beteiligten gelingen; ohne Vertrauen entsteht unn\u00f6tiger Verbrauch, unn\u00f6tige T\u00e4tigkeit, also letztlich Verschwendung. Das Wirtschaftsleben braucht daher <em>freie<\/em><em>Assoziation<\/em><em> im vertrauensvollen Zusammenschluss der Kr\u00e4fte<\/em> f\u00fcr alle Aktivit\u00e4ten. Jeder Beteiligte bringt dabei dasjenige ein, was ihm zu eigen ist: das sind auf der einen Seite F\u00e4higkeiten, Talente, pers\u00f6nliche Eignung und T\u00fcchtigkeit f\u00fcr eine bestimmte T\u00e4tigkeit, auf der anderen Seite die Lebensbed\u00fcrfnisse, die sich f\u00fcr ihn und die mit ihm verbundenen Menschen ergeben. Beides sind Vorgaben f\u00fcr sinnvolles gemeinsames Wirtschaften. Die assoziative T\u00e4tigkeit der zusammenarbeitenden Menschen besteht dann darinnen, die vorhandenen T\u00e4tigkeitsm\u00f6glichkeiten und nat\u00fcrlichen Ressourcen mit den gegebenen Bed\u00fcrfnissen im praktischen Wirtschaften in einen Ausgleich zu bringen. Dieser Ausgleich geht aus dem <em>Wollen<\/em> der Beteiligten hervor.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Rechtsleben<\/h4>\n\n\n\n<p>Aus dem Vorstehenden ergibt sich einerseits die Notwendigkeit f\u00fcr die zusammenlebenden Menschen, die Freiheit des Geisteslebens sicherzustellen, damit die Erkenntnis-Entwicklung hin zu einer menschheitlichen Wahrheit ungehindert stattfinden kann. Denn aus diesem Erkenntnisbem\u00fchen k\u00f6nnen sich erst die Gesichtspunkte ergeben, die bei der Gestaltung auch der anderen Glieder des sozialen Organismus leitend sein k\u00f6nnen, zum Beispiel konkret die Bestimmung der Eignung von Menschen f\u00fcr diese oder jene T\u00e4tigkeit im Wirtschaftsleben, einschlie\u00dflich der Zuteilung der Verf\u00fcgungsmacht \u00fcber Produktionsmittel, oder als Richter im Rechtsleben. Die praktische Regelung der \u00dcbertragung dieser Verf\u00fcgungsgewalt an den oder die daf\u00fcr am besten geeigneten Menschen ist dann wieder eine <em>Rechtsangelegenheit<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf diesem mittleren, dem <em>Rechtsgebiet<\/em>, findet also der Ausgleich zwischen der denkenden Welt-Anschauung und dem wollenden Hineinwirtschaften in die Zukunft statt. Dieser Ausgleich ist ein <em>f\u00fchlender<\/em>, denn er muss in jedem Einzelnen zugleich mit seinem Darinnenstehen im Ganzen als Erleben seiner Menschenw\u00fcrde erreicht werden. Im Zusammenflie\u00dfen des F\u00fchlens des Einzelnen mit demjenigen aller beteiligten Anderen ergibt sich dasjenige, was das \u201eRecht\u201c in einer solchen Gemeinschaft bestimmen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Viel mehr<\/em> als in der Pflege eines umfangreichen Satzes bestehender Gesetze, Regeln und erfolgter Urteile in konkreten F\u00e4llen \u2013 einer Pflege, die zu einem st\u00e4ndig wachsenden, f\u00fcr den Einzelnen immer un\u00fcberschaubareren, automatenhaften <em>B\u00fcrokratismus des Rechts<\/em> f\u00fchren muss \u2013 bildet also die Orientierung am <em>lebendigen Rechtsgef\u00fchl<\/em> die Leitschnur. Solche Handhabung des Rechtes in jeweils der Zeit entsprechender Form gab es in manchen mittelalterlichen Gesellschaften; besonders im Hinblick auf die individuelle Freiheit verfasst zum Beispiel bei den Friesen<a href=\"#sdfootnote5sym\"><sup>5<\/sup><\/a> zur Zeit der sogenannten \u201eFriesischen Freiheit\u201c<a href=\"#sdfootnote6sym\"><sup>6<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese mittelalterlichen Rechtsverfassungen waren getragen von der Ablehnung zentralistischer, gleichsam \u201evon oben herab\u201c geformter Systeme, die vor allem den sie formulierenden und lenkenden M\u00e4chten den Erhalt ihrer \u00fcberkommenen Vorrechte sichern sollten; sie sind insofern historische Vorbilder lebendiger, reale Demokratie (im Rahmen der Zeitverh\u00e4ltnisse) f\u00f6rdernder Handhabung des Rechtes. Aus ihnen erwuchsen zugleich Bl\u00fctezeiten der Wirtschaft und der Kultur.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Abirrungen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die heutige gesellschaftliche Handhabung missachtet, ja ignoriert in weiten Teilen die Notwendigkeiten des sozialen Organismus. Das bedeutet nicht, dass diese Notwendigkeiten nicht bestehen. Es kann aber als Krankheitssymptom des sozialen Organismus aufgefasst werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns are-vertically-aligned-top is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-vertically-aligned-top is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h5 class=\"wp-block-heading\"><em><strong>Exkurs: \u201egesund\u201c und \u201ekrank\u201c<\/strong><\/em><\/h5>\n\n\n\n<p><em>Nun kommt man mit der Verwendung eines solchen Begriffes wie \u201eKrankheit\u201c sofort in eine Kalamit\u00e4t: es existiert n\u00e4mlich bis heute keine einhellig akzeptierte Definition davon<a href=\"#sdfootnote7sym\"><sup>7<\/sup><\/a>. Insofern ist es notwendig klarzustellen, was hier darunter verstanden werden soll und warum.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Fehlen einer allseits anerkannten Beschreibung von dem, was man \u201eKrankheit\u201c nennen will, mag einerseits die Sache verkomplizieren; andererseits n\u00f6tigt sie dazu, sich selber einen lebendigen Begriff davon zu entwickeln, der in sich beweglich genug ist, um \u00fcberall mit den Tatsachen in \u00dcbereinstimmung gebracht zu werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Gem\u00e4\u00df einem fast scherzhaft gemeinten Aphorismus kann man das einzelne menschliche Leben als eine Krankheit auffassen, die immer zum Tode f\u00fchrt. Ihre Ursache liegt dann in der Tatsache des Geborenseins. Und ihr Verlauf ist davon gepr\u00e4gt, wie aufbauende Kr\u00e4fte aus der Geburt ins Verh\u00e4ltnis treten zu den abbauenden Kr\u00e4ften des Todes.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>So betrachtet, kann wohl auch jede gesonderte Krankheitserscheinung als Ergebnis des Verh\u00e4ltnisses von auf- und abbauenden Kr\u00e4ften betrachtet werden; die eigentliche Ursache f\u00fcr das Auftreten dieser besonderen Krankheit ist dann in sehr vielen, fast allen F\u00e4llen vor dem Beginn des Auftretens von Krankheitserscheinungen zu suchen \u2013 ebenso wie die Geburt vor dem irdischen Leben steht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Im \u201enormalen\u201c Leben werden Aufbau und Abbau im Rahmen der Lebensf\u00fchrung in einem ausgeglichenen Verh\u00e4ltnis gehalten. Wir \u201everbrauchen\u201c sozusagen unseren Leibesorganismus \u2013 der uns das Leben im Irdischen erm\u00f6glicht \u2013 w\u00e4hrend unserer aktiven Tageszeit; zu einem Teil wird das im zeitweisen \u201eAussetzen\u201c des \u201eVerbrauchers\u201c im Schlaf durch die nat\u00fcrlichen Lebensprozesse ausgeglichen. Was aus der Geburt an Lebenskraft mitgebracht wurde, endet aber zu irgendeinem Zeitpunkt, und der \u201eVerbrauch\u201c beginnt zu \u00fcberwiegen. Schlie\u00dflich tritt der Tod ein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Das \u00dcberwiegen der Aufbaukr\u00e4fte in Kindheit und Jugend f\u00fchrt unter anderem zu leidvollen und schmerzhaften Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit den gewordenen, fest in sich gef\u00fcgten Verh\u00e4ltnissen der Au\u00dfenwelt<a href=\"#sdfootnote8sym\"><sup>8<\/sup><\/a>; an dieser Auseinandersetzung w\u00e4chst der Mensch und lernt, in sich immer neue Kr\u00e4fte f\u00fcr das Leben im Irdischen zu entwickeln. Das \u00dcberwiegen des leiblichen Abbaus im Alter fordert die Entwicklung geistiger Kr\u00e4fte, die f\u00fcr den Gang in den Tod gebraucht werden; auch dies kann sehr schmerzhaft und belastend werden. Dabei fordert der immer unbeweglicher werdende Leib eine neue, unabh\u00e4ngige Beweglichkeit im Geistigen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u00dcberall, wo im Gesamtorganismus das angemessene Gleichgewicht von Auf- und Abbau gest\u00f6rt ist, tritt dies ins Bewusstsein als leid- und schmerzvolle Erfahrung. Als eine besondere, f\u00fcr sich stehende Krankheit gilt es, wenn nur in einem Teil des Gesamtorganismus das f\u00fcr diesen Teil \u2013 das jeweilige Organ \u2013 optimale Gleichgewicht nicht gegeben ist. Ein Prozess, der an einem Ort im Organismus seine Berechtigung hat, gleichsam als \u201egesund\u201c gilt, kann daher an einem anderen Ort hinderlich, also als \u201ekrank\u201c auftreten<a href=\"#sdfootnote9sym\"><sup>9<\/sup><\/a>.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Die einzelnen Prozesse im Organismus sind also f\u00fcr sich genommen niemals \u201ekrank\u201c oder \u201egesund\u201c, vielmehr bestimmen Ort und Zeit ihres Auftretens, ob von einer \u201eKrankheit\u201c gesprochen werden kann. \u201eGesundheit\u201c liegt in der Regel vor, wenn alle Organe ihre Aufgaben in lebendigem Schwingen um eine Gleichgewichtslage erf\u00fcllen; dann bemerkt der Mensch in der Regel nichts davon und f\u00fchlt sich \u201egesund\u201c. \u201eKrankheit\u201c dagegen dr\u00e4ngt sich zu irgendeinem Zeitpunkt ins Bewusstsein durch die Beschwerden, die mit der eingeschr\u00e4nkten Funktion der Organe verbunden sind.<\/em><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Was geht nun aus einer solchen Betrachtungsweise von \u201eGesundheit\u201c und \u201eKrankheit\u201c f\u00fcr den sozialen Organismus hervor? Sie liefert zusammen mit der Unterscheidung der grunds\u00e4tzlichen drei Glieder dieses Organismus einen Ma\u00dfstab, durch den seine gest\u00f6rte oder ungest\u00f6rte Funktion, also seine \u201eKrankheit\u201c oder \u201eGesundheit\u201c bestimmt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Vielzahl von Prozessen fallen ins Auge, die sich am falschen Ort etabliert haben oder als \u00fcberf\u00e4llige Verm\u00e4chtnisse der Vergangenheit die gesunde Funktion beeintr\u00e4chtigen. Ein paar Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die geistige Fortentwicklung der Menschheit steht und f\u00e4llt mit dem Hereinkommen neuer Talente, F\u00e4higkeiten und Entwicklungsimpulse durch die in diese Menschheit eintretenden Kinder. Wie f\u00fcr eine wirkliche Erkenntnissuche Unvoreingenommenheit notwendig ist, brauchen die Kinder vor allem Entwicklungshilfe f\u00fcr ihre eigene Individualit\u00e4t, also <em>Unvoreingenommenheit in der Erziehung<\/em>, und nicht Einpassung in bestehende Verh\u00e4ltnisse. Das <em>Bildungswesen als Glied des Geisteslebens<\/em> hat die Aufgabe, den Kindern diese Entwicklungshilfe zukommen zu lassen. Das kann nur gelingen, indem ihnen Lehrer und Erzieher gegen\u00fcber gestellt werden, die ihre erkennende und gestaltende Individualit\u00e4t im Dienst an den konkret vorhandenen Kindern selber frei entfalten k\u00f6nnen, gem\u00e4\u00df der Forderung der <em>Freiheit der geistigen Bet\u00e4tigung <\/em>(s.o.). Die heutigen Schulsysteme sind dagegen als Untergliederungen des Staates Institute, die treue Staatsb\u00fcrger oder \u2013 wo das Wirtschaftsleben den Staat zu beeinflussen versteht \u2013 brauchbare Arbeitskr\u00e4fte f\u00fcr die bestehende Wirtschaft produzieren soll. Entsprechend stehen den Kindern nicht freie Individualit\u00e4ten, sondern weisungsgebundene Staatsbeamte gegen\u00fcber, denen in vielen F\u00e4llen die f\u00fcr sie selbst m\u00f6glichst bequeme Handhabung der Erziehung wichtiger ist als die individuelle Entwicklung der jungen Menschen. Hier spielen Rechtsregelungen, pers\u00f6nliche Zu- und Abneigungen sowie Anforderungen des Wirtschaftslebens in einen Bereich hinein, der zugunsten der Zukunft ausschlie\u00dflich der Erkenntnis und F\u00f6rderung der werdenden Menschen gewidmet sein soll.<\/li>\n\n\n\n<li>Will das staatliche Leben wirklich einen Ausgleich zwischen den Erfordernissen sachgerechten Wirtschaftens und der Freiheit im Geistigen leisten, so muss es einerseits diese Freiheit sch\u00fctzen und auf der anderen Seite daf\u00fcr sorgen, dass im Wirtschaften wirkliches Vertrauen ineinander wirken kann. Es kann daher nicht angehen, dass auf rechtlichem Wege Anforderungen und Einfl\u00fcsse des Wirtschaftslebens zu einer Regulierung im Geistesleben f\u00fchren (z.B. Finanzierung interessengeleiteter Forschung, Vorgaben f\u00fcr die Ausbildung von Kindern), eine Situation, die heute das Normale ist. Das staatliche Leben hat lediglich das <em>Recht auf freie Entfaltung <\/em>des Menschen zu sch\u00fctzen, seine inhaltliche Ausgestaltung ist Sache des Geisteslebens. F\u00fcr das Wirtschaftsleben hingegen sind rechtliche Vorgaben erforderlich zur Bestimmung der konkreten Wirtschaftsaufgaben aufgrund freier Erforschung der vorhandenen Bed\u00fcrfnisse (Geistesleben) sowie einer Zuteilung der Verf\u00fcgungsgewalt \u00fcber Produktionsmittel (auch Land) nach pers\u00f6nlicher Eignung und T\u00fcchtigkeit f\u00fcr eine bestimmte Aufgabe im Sinne eines begrenzten Mandats, und schlie\u00dflich einer vorab erfolgten rechtlichen Regelung von Art und Zeit der von jedem Menschen f\u00fcr das Ganze zu erbringenden Arbeit. Auf dieser Grundlage kann sinnvoll gearbeitet werden. Den derzeitigen, verschwenderischen und menschenunw\u00fcrdigen Verh\u00e4ltnissen einer produktionsorientierten Wirtschaft (\u201eFreiheit im Wirtschaften\u201c) mit ihrem Marketingaufwand f\u00fcr unn\u00f6tige Produkte und der immer weiter wuchernden Anh\u00e4ufung des Verm\u00f6gens an Produktionsmitteln bei einigen wenigen, oftmals in der Sache nicht kompetenten Menschen, verbunden mit dem sklaverei\u00e4hnlichen System der Lohnarbeit (wer nur seine Arbeit verkaufen kann, muss sich selber gleich mit verkaufen) kann so der Boden entzogen werden.<\/li>\n\n\n\n<li>Innerhalb der Grenzen, die durch das Recht auf der einen Seite und die nat\u00fcrlichen Ressourcen auf der anderen Seite bestimmt werden, muss die freie Assoziation der Kr\u00e4fte in vertrauensvoller Zusammenarbeit das bestm\u00f6gliche Wirtschaften erm\u00f6glichen. Daf\u00fcr muss der Einzelne frei w\u00e4hlen k\u00f6nnen, was und in welchem Zusammenhang er zum Ganzen beitragen will. Hier geht es um den <em>Willen zur Tat f\u00fcr die Gemeinschaft<\/em>, den jeder in seiner eigenen Weise fasst und realisiert. <em>Br\u00fcderlichkeit<\/em>, das hei\u00dft arbeiten <em>f\u00fcr den Anderen<\/em> ist das Kennzeichen allen Wirtschaftens. Wie oben geschildert, ist dies in der heutigen Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung praktisch nicht veranlagt. Der Mensch ist aber, wenn es unter menschenw\u00fcrdigen Bedingungen geschieht, von sich aus darauf orientiert, t\u00e4tig in der Welt zu stehen und seinen Beitrag zu leisten. Wer arbeitet, <em>weil er es will<\/em>, wird bessere Ergebnisse erzielen als derjenigen, der es nur <em>muss, um zu existieren<\/em><a href=\"#sdfootnote10sym\"><sup>10<\/sup><\/a>. Dann kann sich auch das n\u00f6tige Vertrauen entwickeln.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Dies k\u00f6nnen nur Andeutungen sein, m\u00fcssen es auch. Andernfalls erg\u00e4be sich aus solchen Darlegungen eine Art \u201eUtopie\u201c, wie sie eben mit dem Gedanken der \u201eDreigliederung des sozialen Organismus\u201c<a href=\"#sdfootnote11sym\"><sup>11<\/sup><\/a>, wie er hier dargestellt ist, niemals gemeint war und ist<a href=\"#sdfootnote12sym\"><sup>12<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Dreigliederung des sozialen Organismus ist vorhanden. Nur leider beachten die Menschen sie nicht, und verursachen dadurch vielfache Krankheitserscheinungen dieses Organismus und damit auch unendliches Leid in Mensch und Natur. Was aber k\u00f6nnen wir da tun?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Heilkr\u00e4fte im Sozialen<\/h3>\n\n\n\n<p>Fassen wir zusammen, was nun als Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Glieder des sozialen Organismus gelten kann, entsprechend dem seelischen Erleben der einzelnen Angeh\u00f6rigen dieses Organismus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ebenso wie f\u00fcr eine wahre <em>denkende <\/em>Erkenntnis <em>Unvoreingenommenheit <\/em>notwendig ist (pers\u00f6nliche Vorlieben und Abneigungen ebenso wie Willensimpulse d\u00fcrfen f\u00fcr die Wahrheitsfindung keine Rolle spielen), ist im Sozialen <em>Freiheit des Geisteslebens<\/em> (von Einfl\u00fcssen aus dem Rechts- und Wirtschaftsleben) erforderlich, denn nur dann kann sich im Entwicklungsprozess des Sozialen nach und nach die notwendige Orientierung an der wachsenden gemeinsamen Wahrheit einfinden.<\/li>\n\n\n\n<li>Wie das <em>F\u00fchlen<\/em> zwischen de Polen von Antipathie und Sympathie frei schwingen k\u00f6nnen muss, wenn der Mensch seine Mitte, das Herz nicht verlieren will, so muss das <em>Rechtsleben<\/em> das richtige Verh\u00e4ltnis zwischen Geistes- und Wirtschaftsleben im sozialen Organismus gew\u00e4hrleisten. Das Geistesleben braucht den Schutz seiner Freiheit, das Wirtschaftsleben die richtige Formung seiner Aktivit\u00e4ten, damit es nicht alle anderen Bereiche \u00fcberwuchert.<\/li>\n\n\n\n<li>Im <em>Wollen<\/em> richtet sich die menschliche T\u00e4tigkeit sympathisch auf das zu erreichende Ziel. Wie Abh\u00e4ngigkeit des Wollens von pers\u00f6nlichen Zu- und Abneigungen Egoismus hervorbringt, ein \u00dcberwuchern der eigenen W\u00fcnsche, so ist in unserer arbeitsteiligen Gesellschaft nur die <em>Orientierung auf den Anderen<\/em>, also <em>Br\u00fcderlichkeit<\/em> im Wirtschaften f\u00f6rderlich, und nicht die heute herrschende Profit- und Produktionsorientierung. Wirtschaft als Waffe im Kampf der Weltanschauungen \u00fcbertr\u00e4gt die im Geistesleben notwendige freie Konkurrenz \u2013 ein durch und durch antipathisches Element, das im Geiste entwicklungsf\u00f6rdernd ist \u2013 auf den Kampf gegen die Existenzgrundlagen der Natur und des Mitmenschen. Die zerst\u00f6rerischen Wirkungen liegen auf der Hand.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Wie k\u00f6nnen also Heilkr\u00e4fte erwachen in der Gegenwart, in der der soziale Organismus infolge mangelnden Bewusstseins von den in ihm wirkenden Kr\u00e4ften vielf\u00e4ltige Missgestaltungen aufweist, die ihn von innen heraus zerst\u00f6ren, also als \u201eKrankheiten\u201c betrachtet werden k\u00f6nnen? Es ist ja offensichtlich, dass am Anfang aller Bem\u00fchungen die Verst\u00e4rkung des Bewusstseins f\u00fcr die Krankheiten im Verh\u00e4ltnis zu den gesunden Notwendigkeiten des sozialen Organismus stehen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies kann aber <em>nicht<\/em> geschehen durch Aufstellung eines Plans zur Einf\u00fchrung des \u201eRichtigen\u201c und nachfolgend dessen Durchsetzung auf der Grundlage von Macht. Jeder Versuch einer entsprechenden Wirksamkeit im Rahmen des bestehenden Parteien- und Machtsystems k\u00f6nnte ja nur auf so etwas abzielen, oder es m\u00fcsste eine Art \u201eRevolution\u201c angestrebt werden, die dieses bestehende System hinwegfegt. Dann k\u00e4me dieses vorab geplante \u201eRichtige\u201c schnell in die Lage Entwicklung behindernder Tradition. Was aber dann?<\/p>\n\n\n\n<p>Auch eine Art ideologischer Propaganda f\u00fcr die \u201eIdee der Dreigliederung\u201c setzt nur das Festgefahrensein in intellektuellen Phrasen fort. Wie gezeigt wurde, ist die \u201eIdee der Dreigliederung\u201c kein theoretisches Konzept, sondern etwas, das sich bei unvoreingenommener Betrachtung von den Lebensrealit\u00e4ten eines jeden Menschen und der Menschheit aktuell und immer neu ablesen l\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kann daher nur darum gehen, eine an den Tatsachen des gegenw\u00e4rtigen menschlichen Erlebens orientierte Denk<em>weise<\/em> zur Geltung zu bringen, deren gemeinsame Anwendung durch die Menschen dann im lebendigen Austausch zu immer neuen, sich mit dem Leben entwickelnden Regelungen im Geistigen, Rechtlichen und Wirtschaftlichen f\u00fchren m\u00fcsste. Solche Regelungen k\u00f6nnen sich sehr unterscheiden von denjenigen, die Einzelne oder Gruppen aus ihrer Anschauung heraus vorab als die \u201erichtigen\u201c angesehen haben. So entsteht lebendige Entwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p>Je mehr Menschen daher <em>ihr eigenes Verhalten<\/em> im Einklang mit den Grundprinzipien des dreigegliederten Sozialen Organismus bringen, desto mehr k\u00f6nnen sich daraus auch im Kleinen gesunde Untergliederungen bilden, die in das Ganze hineinwirken. Jeder Einzelne kann dann dort beginnen, wo er ist: sein eigenes erkennendes und \u00fcbendes Sich-Hineinarbeiten in eine tatsachengerechte Denkweise im Sozialen kann auf diesem Wege zur Gesundung beitragen. Es braucht keine Revolution, keinen Umsturz, es kann sofort begonnen werden. Wer auf derartige Ereignisse warten will, bevor er selber beginnt umzudenken, mag das tun; allein, diese Ereignisse werden keine <em>durchgreifende<\/em> Ver\u00e4nderung bringen, wenn sie nicht mit der alten Denkweise brechen, nach der alle gesellschaftlichen Bereiche durch einen einheitlichen Staat auf der Grundlage jahrhunderte- ja jahrtausendealter Traditionen gleichsam zentral geregelt werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zust\u00e4ndigkeit des Staates beschr\u00e4nkt sich eben auf dasjenige Gebiet der rechtm\u00e4\u00dfig zwischen den Menschen zu regelnden Angelegenheiten, in denen von einer Gleichheit der Menschen \u00fcberhaupt gesprochen werden kann. In diesem Sinne hat er Vorgaben zu machen, die die <em>Freiheit im Geistesleben<\/em> und das <em>assoziativ-vertrauensvolle Zusammenarbeiten im Wirtschaftlichen<\/em> sichern und pflegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Weg dorthin kann nur aus den einzelnen Menschen kommen, die sich ihre geistige Freiheit im unvoreingenommenen Nachdenken \u00fcber das Soziale zur\u00fcckerobern, da heraus handeln und so nach und nach gesunde Keime an die Stelle abgelebter, gewohnheitsm\u00e4\u00dfig fortgesetzter Handhabungen der Vergangenheit setzen. Die Umwandlung kann nur in der <em>Befreiung des Geisteslebens<\/em> beginnen, und damit in der Selbstbefreiung jedes Einzelnen<a href=\"#sdfootnote13sym\"><sup>13<\/sup><\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a9 Stefan Carl em Huisken 2021<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote1anc\">1<\/a>Nat\u00fcrlich unterscheiden sich die Benennungen in der verschiedenen Sprachen der Erde. Hier geht es jedoch um das Grunds\u00e4tzliche, das unabh\u00e4ngig von der Sprache besteht.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote2anc\">2<\/a>Vielleicht hat mit diesem Gegensatz auch die Tatsache zu tun, dass b\u00fcrokratische Gebilde sehr schnell lebensfern erscheinen, bis hin zur Bildung einer illusion\u00e4ren, \u201evirtuellen\u201c B\u00fcrokratiewirklichkeit, die mit dem tats\u00e4chlichen Leben kaum oder gar nicht \u00fcbereinstimmt. Maschinen leben eben nicht.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote3anc\">3<\/a>Ich nehme die Worte in ihrer urspr\u00fcnglichen Bedeutung: Glied, von germanisch <em>*li-<\/em>, indogermanisch <em>*lei-<\/em>: \u201ebeweglich sein, biegen\u201c, also auch: sich anpassen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote4anc\">4<\/a>In gewissem Sinne k\u00f6nnen auch alle anderen in der Welt vorkommenden Wesen als \u201eGenossen\u201c betrachtet werden. Ihnen ist jedoch die M\u00f6glichkeit der Bewusstwerdung nicht eigen. Die genaue Differenzierung auszuf\u00fchren, w\u00fcrde hier den Rahmen sprengen und bleibt daher, da f\u00fcr den Gedankengang nicht unbedingt erforderlich, hier unber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote5anc\">5<\/a>vgl. dazu <a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/2019\/07\/friesische-kultur-heute\/\">https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/2019\/07\/friesische-kultur-heute\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote6anc\">6<\/a>siehe z.B. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friesische_Freiheit\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friesische_Freiheit<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote7anc\">7<\/a>siehe <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krankheit\">https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krankheit<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote8anc\">8<\/a>Man denke zum Beispiel an so etwas \u201eEinfaches\u201c wie das Gehen lernen: hinfallen, aufstehen, hinfallen, aufstehen &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote9anc\">9<\/a>Organische Abbauprozesse haben beispielsweise im Bereich der Verdauung ihre Aufgabe und Berechtigung, unter einer Zahnwurzel k\u00f6nnen sie aber schmerzhaft zerst\u00f6rerisch wirken.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote10anc\">10<\/a>Hier gibt es immer die gleichen Einw\u00e4nde: das sei illusorisch, da w\u00fcrde jeder nur noch faulenzen und nichts w\u00fcrde mehr funktionieren. Ich verweise immer gerne auf ein Lied von Bodo Wartke: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/T1IDSzs1Ai8\">https:\/\/youtu.be\/T1IDSzs1Ai8<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote11anc\">11<\/a>Dieser Ausdruck ist inzwischen eine Art schlagwortartige Phrase geworden, indem immer wieder davon gesprochen wird, man m\u00fcsse diese Dreigliederung \u201eeinf\u00fchren\u201c. Der hier vorliegende Artikel will demgegen\u00fcber deutlich machen, dass und warum eine solche Vorstellung ganz unsinnig ist, weil die Dreigliederung des sozialen Organismus eine vorliegende Tatsache ist, die im zeitgen\u00f6ssischen Bewusstsein leider nicht gen\u00fcgend bekannt und beachtet ist, wodurch krankheitsartige gesellschaftliche Probleme entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote12anc\">12<\/a>Man lese dazu die Darstellungen von Rudolf Steiner, der als erster ausf\u00fchrlich von dieser \u201eDreigliederung\u201c sprach, z.B. Steiner, Rudolf: Die Kernpunkte der sozialen Frage in den Lebensnotwendigkeiten der Gegenwart und Zukunft. GA 23. Dornach, 1976<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#sdfootnote13anc\">13<\/a>Es ist bemerkenswert, wie sich aus ganz anderen erkenntnism\u00e4\u00dfigen Grundlagen ein \u00e4hnlicher Gedanke ergeben kann. So spricht die von einer russischen Gruppierung vertretene \u201eHinreichend Allgemeine Theorie der Steuerung von Supersystemen\u201c davon, dass jeder Einzelne durch sein Studium dieser Theorie und ihrer Ergebnisse in die Lage kommen kann, sich und seine Familie besser zu sch\u00fctzen, einfach weil er dann besser <em>verstehen<\/em> kann, was in der Welt vorgeht. In fast jedem Beitrag auf seiner Website weist der \u201eFonds konzeptueller Technologien\u201c auf diesen Gedanken hin (vgl. dazu zum Beispiel <a href=\"https:\/\/fktdeutsch.files.wordpress.com\/2021\/04\/fuenf-arten-der-sozialen-idiotie1.pdf\">https:\/\/fktdeutsch.files.wordpress.com\/2021\/04\/fuenf-arten-der-sozialen-idiotie1.pdf<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-css-opacity\"\/>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignright size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/produkt\/wahnsinn-und-denken-der-kampf-um-den-menschen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-691x1024.jpg\" alt=\"Wahnsinn und denken \u2013 Mensch im Sozialen\" class=\"wp-image-2646\" width=\"106\" height=\"157\" srcset=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-691x1024.jpg 691w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-200x296.jpg 200w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-300x445.jpg 300w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-202x300.jpg 202w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-768x1138.jpg 768w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-600x889.jpg 600w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-1036x1536.jpg 1036w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-1382x2048.jpg 1382w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-189x280.jpg 189w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled-256x380.jpg 256w, https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Cover_Wahnsinn_und_Denken_front-scaled.jpg 1727w\" sizes=\"auto, (max-width: 106px) 100vw, 106px\" \/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Denkerische Grundlagen f\u00fcr meine Darstellungen zur Situation der Gegenwart habe ich dargestellt in meinem Buch <a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/2021\/05\/wahnsinn-und-denken-der-kampf-geht-weiter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eWahnsinn und Denken. Der Kampf um den Menschen\u201c,<\/a> das Sie <a href=\"https:\/\/emhuisken.de\/wordpress\/produkt\/wahnsinn-und-denken-der-kampf-um-den-menschen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> oder im Buchhandel bestellen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was ist der Mensch im Verh\u00e4ltnis zur ihn umgebenden Welt, insbesondere im Hinblick auf das Zusammenwirken mit anderen Menschen, also dasjenige, was man das \u201eSoziale\u201c zu nennen gewohnt ist, und das in der Gesamtheit seiner Glieder einen Organismus bildet? Der einzelne Mensch wirkt in diesen sozialen Organismus hinein, und zugleich pr\u00e4gt dieser die Handlungsm\u00f6glichkeiten des Einzelnen. Welche Bedeutung hat der Einzelne im Ganzen? Solche Fragen m\u00f6gen heute Manchem \u201eunter den N\u00e4geln brennen\u201c. 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