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Verbotener Spaß, erlaubte Pflicht – die Katastrophe unserer Zeit

Der Anlass

„Der Spaß ist verboten, die Pflicht erlaubt“, so fasste ein Freund den Charakter der in immer neuen Wellen auf uns hereinstürmenden Regeln „zum Infektionsschutz“ zusammen. Ein schlichter Satz, der aber symptomatisch hinweist auf tiefgründige Unterlagen der derzeitigen Ereignisse.

Nehmen wir diesen Satz doch einmal genauer unter die Lupe, „sine ira et studio“, also ganz nüchtern, und ohne auf gewiss vorliegende Sympathien und Antipathien Rücksicht zu nehmen. Was sagt er eigentlich genau?

Pflicht und Spaß

„Pflicht“ ist etwas, was dem Einzelnen auferlegt ist, „insbesondere auch das …, was von einer äußeren Autorität oder durch ein Gesetz von jemandem gefordert wird und Verbindlichkeit beansprucht“ (Wikipedia). Es trägt also den Charakter des nicht frei Gewählten, das ggf. auch die Möglichkeiten, Befindlichkeiten und Strebensrichtungen des Einzelnen unberücksichtigt lässt. In dem obenstehenden Satz also ganz offenbar vor allem Dinge, die eher unangenehm sind, keinen Spaß machen. Und genau das bezeichnet der Satz als „erlaubt“.

Im Wort „erlauben“ liegt in der Vorsilbe „er-“ die Bedeutung von „etwas hervorbringen“ darinnen, im Sinne von „etwas erschaffen“. Und im „-laubt“ steckt das loben, das gutheißen. Das Wort spricht also eigentlich davon, dass etwas hervorgebracht wird durch loben und gutheißen, und ist urverwandt mit dem altindischen Wort lōbháyati ‚erregt Verlangen, lockt an‘. Was erlaubt ist, sollte also eigentlich, der Wortbedeutung nach, wohl etwas Sympathisches sein, etwas, was man niemandem als „Pflicht“ auferlegen muss. In dem untersuchten Satz klingt das etwas anders. Die Formulierung scheint widersprüchlich, lässt aufhorchen.

Was Spaß ist, erklärt sich von selbst. Und wenn verboten ist, was Spaß macht, ist das ganz klar eine unsympathische Angelegenheit, da gibt es nicht viel zu verhandeln. Das Wort „bieten“ verbindet noch im mittelhochdeutschen die Bedeutungen für „anbieten, darreichen“ und „gebieten“ oder „befehlen“.

Mit der Vorsilbe „ver-“ ist die Verneinung verbunden, das Vergehen von etwas, ganz im Gegensatz zum „er-“ im Erlauben.

Der ganze Satz enthält also klar ein Über- und Unterordnungsverhältnis, in dem der eine dem anderen vorschreiben kann, was er in diesem Fall zu lassen hat: „Spaß“ nämlich, und was ihm „erlaubt“ ist, die Pflicht nämlich, das heißt das Gehorchen.

Freiheit und Selbstbestimmung

Warum so eine Sprachbetrachtung? Nun, sie differenziert genauer, was man normalerweise sowieso fühlt bei einem solchen Satz. Und diese Differenzierung weist auf Tieferliegendes hin. Nämlich darauf, dass wir in der Regel die Pflicht nicht lieben, den Spaß aber sehr wohl. Das hat seinen Grund darin, dass die Pflicht eben etwas ist, was nicht von uns selber ausgeht, was wir also in der Regel nicht frei gewählt haben. Der Spaß taucht hier als das Gegenteil auf, als das, was wir also selber, von uns aus wollen können.

In dem Satz spricht sich also der Freiheitswille des Menschen aus und die Empfindung, dass nur, was diesem Willen entspricht, auch eigentlich wirklich „Verlangen erregt“ und „anlockt“, und darum eigentlich „erlaubt“ sein sollte.

Darin spricht sich eigentlich die ganze Tragik unserer Zeit aus. Warum sind wir so darauf aus, vor allem Spaß zu haben, also angenehme Erlebnisse, und empfinden schon beim Worte „Pflicht“ eher etwas säuerliches, Ungeliebtes? Es gab doch Zeiten, da haben Menschen die Pflicht als heilig angesehen, also als etwas, was der Mensch aus sich selbst heraus anstrebte, wollte, und darum auch Freude an der Pflichterfüllung haben konnte. Warum ist das heute so anders? Warum sind die „Pflicht“ und der „Spaß“ so etwas Gegensätzliches geworden?

Charakter unserer Zeit

Ich will in diesem Text – auf diese Feststellung lege ich Wert – nicht irgendwen oder irgendetwas verurteilen, kritisieren oder dergleichen. Ich will nur beschreiben, um ausfindig zu machen, wie sich in allerkleinsten Dingen des Alltags ganz Grundsätzliches, für die Erkenntnis unserer Zeit Bedeutendes aussprechen kann. Darum auch solche scheinbar nutzlosen Sprachbetrachtungen; der Sinn wird sich gleich schon zeigen.

Dass „Pflicht“ und „Spaß“ für uns Gegensätze sind, weist auf ein Charakteristikum unserer Zeit hin: wir arbeiten, um die nötigen Ressourcen zu haben, um dann – zu leben, also Spaß zu haben. Die Arbeit ist in der Regel eher notwendiges Übel. Deswegen gelten ja Musiker und Künstler zum Beispiel vielfach nicht als „arbeitende Menschen“, denn sie machen ja bloss, „was ihnen Spaß macht“, tun also nichts Ernsthaftes, Bedeutendes. Arbeit ist eben Pflicht, und wir beneiden diejenigen, die ohne Arbeit genug haben für ihren Spaß1. Muss das eigentlich so sein?

Es hat seinen Grund in der Art und Weise, wie unsere Arbeit, unser schaffendes Tun in der Welt also, in die menschliche Gesellschaft eingeordnet ist. Arbeit gilt ja bei uns als etwas Käufliches, als Kostenfaktor bei Unternehmern, als in seinem Wert durch den „Markt“ bestimmt. Wenn man die Arbeit also billiger kriegen kann, nimmt man sie natürlich da. Nur: Arbeit gibt es niemals ohne den Menschen, der sie leistet. Der muss dann immer mit der Arbeit mitgehen. Er kann sie nicht auf dem Markt verkaufen, dann nach Hause gehen und den erlangten Erlös genießen. Er muss seine Lebenszeit dafür hingeben. Bei den alten Griechen kaufte man die ganzen Menschen als Sklaven. Im Mittelalter gab es Leibeigene. Und heute eben „Arbeitskräfte“, was mindestens für die gekaufte Lebenszeit nicht viel Unterschied macht zum Leibeigenen und Sklaven. Die Auffassung von der menschlichen Arbeit als Ware – käufliches Gut also – verletzt die Würde des freien Menschen; das fühlt heutzutage wohl fast jeder, und diese Empfindung liegt der Ungeliebtheit der Arbeit zugrunde.

Gleichheit im Recht

Jeder Mensch, der etwas arbeitet, gibt der Welt und allen anderen sein eigenes Leben hin, seine Zeit, seine Kraft, oft auch seine Gesundheit. Das gilt für alle Menschen gleich, und auf dieser Grundlage müsste eigentlich rechtlich geregelt werden im Hinblick auf die vorhandenen gesellschaftlichen Bedürfnisse, das heißt auf die in einer Region insgesamt nötige Arbeit, wie viel, wie lange und unter welchen Umständen jeder seinen Beitrag zu Ganzen zu leisten hat. Und eine solche rechtliche Regelung müsste selbstverständlich so getroffen werden, dass jeder Einzelne bei dieser Regelung betroffen ist und mitwirken kann, d.h. dass das, was er für andere fordert immer auch genauso für ihn selber gilt – also einfach demokratisch2.

Und genauso müssten natürlich auf rechtlicher Grundlage jedem, der etwas für die Gesamtheit schafft, auch die nötigen Mittel gegeben werden: Werkzeuge, Maschinen, Grund und Boden, was auch immer. Es ist doch eigentlich, bei näherer Betrachtung nichts weiter als ein völliger Unsinn, wenn jemand davon sprechen will, er habe einen Teil der Erde – also Grund und Boden – als sein persönliches Eigentum, mit dem er machen kann, was er will. Genauso wie der Mensch ja mitgehen muss, wenn seine Arbeit gekauft werden soll, was der heute immer intensiver empfundenen Menschenwürde widerspricht, soll mit dem Eigentum an Grund und Boden etwas Unmögliches getan werden: ein Stück Erde isoliert und vom Rest der Welt unabhängig gekauft und verkauft werden.

Besitz und Eigentum

Leider ist aber genau das heutzutage die Regel: die Menschen meinen, die Erde gehöre ihnen, und sie könnten damit machen, was sie wollen. Die Erde selber, und bei rechter Überlegung auch jeder klar denkende Mensch kann davon eigentlich nicht erbaut sein; die Erde wehrt sich ja inzwischen auch und macht uns klar, dass wir als Menschheit auf diese Art nicht mehr lange auf ihr weilen werden. Die Masse der Menschen hat aber offenbar noch nicht erkannt, wie unsinnig so ein Gedanke ist: ein Stück Erde zum willkürlichen Gebrauch ohne Rücksicht auf Verluste einfach als Eigentum haben zu wollen.

Um hier Missverständnisse zu vermeiden: Besitz ist keineswegs unsinnig, das ist – wie das Wort besagt – das „darauf sitzen“, sich und seine Tätigkeit darauf stützen. Wenn also auf rechtlicher Grundlage jemandem ein Gut zum Besitz gegeben wird, dann muß er selbstverständlich frei damit umgehen können, wir hätten ja sonst eine überbordende Bürokratie mit noch viel schlimmeren Herrschaftsmöglichkeiten, als sie derzeit bei uns in Deutschland jedenfalls gegeben sind (kommunistische Gesellschaftssysteme lassen grüßen … warum gehen sie auf die Dauer in Korruption und eigensüchtiger Nomenklatura unter?).

Der Mensch, dem wir im Vertrauen in seine Fähigkeiten ein Gut zur Nutzung für das Wohl der Allgemeinheit hin die Hände legen, muss natürlich seine Kräfte und Fähigkeiten frei entfalten können, nur dann wird er mit vollem Engagement und dadurch aucheffektiv arbeiten können.

Eigentum im Unterschied zu Besitz kann daher nur sein, was auf dem eigenen Schaffen beruht, also beim Künstler zum Beispiel die Gestalt (die nur geistig fassbare Form), die er einem Material gegeben hat. Das Material gehört weiterhin der Erde und allen Menschen gemeinsam. Die Ressourcen an Grund und Boden, Maschinen, Hilfsmitteln, die einem Unternehmer zur Verfügung gestellt werden, gehören natürlich der Erde und der Menschheit an, aber sein Umgang damit ist der originäre Beitrag des Unternehmers, der diese Ressourcen erst für die Allgemeinheit ertragreich machen kann.

Das ist nur ein Beispiel, das man aber auf sehr viele andere Situationen, bei genauem Hinsehen selbst für traditionelle Arbeitssituationen wie diejenigen in der Industrie anwenden kann.

Ideologie der Unfreiheit

Wo aber die Arbeit gebraucht wird, um die Menschen zu versklaven (nein, es sind nicht einfach nur die „bösen Kapitalisten“, die die Lage für sich ausnutzen, es sind alle Menschen, die überhaupt Arbeit als käuflich ansehen, die dafür sorgen, dass hier kein Umdenken einsetzt), da kann die Arbeit nur zu etwas werden, was ungeliebte Pflicht ist. (Und wo man die Erde als beliebig zerstückelbare Ware zum Zwecke der Eigentumsanhäufung ansieht, da kann sie nur leiden und nach und nach absterben.)

Damit man die Menschen weiterhin in dieser Unmündigkeit und Unfreiheit halten kann, hat man den Spaß erfunden, der eben der Gegensatz ist zur ungeliebten Pflicht. Strenge reformiert-protestantische Ideologie sprach davon, dass die Erde eben ein Jammertal ist, wo man nur immer arbeiten und leiden könne, und später erst, nach dem Tode, käme man ins Himmelreich, zum „Spaß“.

Heute geht das dann so, dass man eben nach der Arbeit (dem „Jammertal“) dann die Freizeit hat (in der man frei sein darf, im Gegensatz zur Arbeitszeit – das „Himmelreich“), wo man sich dann – scheinbar frei, aber gesteuert von der in der Arbeit unterdrückten Sehnsucht, seine inneren Impulse und Möglichkeiten zur Geltung zu bringen – bis in wüsteste (Selbst-)Zerstörung und Verschwendung „ausleben” kann.

Verfolgt man die Argumentationen, die die immer neuen Regelungen derzeit begleiten, so kann man leicht erkennen, dass die Ideologie „erst kommt die Arbeit, dann das Vergnügen“ offenbar das Denken mancher an den obrigkeitlichen Entscheidungen Beteiligter regiert. Es liegt das ja auch im Grundzug unserer Zeit. Aber es liegt dann auch an uns, uns allen, ob wir damit weiterhin einverstanden sind und – auch in unserem ureigensten Denken – mitmachen.

Freiheit kann heilen

Auf ein Weiteres muss hier noch hingewiesen werden; ausführen kann ich es hier nicht. Es ist doch eigentlich eigenartig, dass aus geistigen Tätigkeiten, wie zum Beispiel der ärztlichen, die ja darauf verpflichtet ist, in Ansehung des Einzelnen Leidenden heilend zu helfen, inzwischen Computermodelle geworden sind (also keine menschliche Arbeit mehr), die ausrechnen, welche Zukunft sich aus dem bisherigen Gang der Dinge ergibt, und diese Ausrechnungen dann herangezogen werden, um rechtliche Festlegungen zu treffen, die dann für alle Menschen gelten. Der Mensch – ein Teil eines Computermodells? Wo ist da Menschenwürde?

Derselbe Staat, der sich hier anmaßt, Heiler der Gesellschaft sein zu wollen, verteilt dann auch die Mittel, nach seinem Gusto, damit seine Art der Heilung auch erfolgen kann. Das ist wie der Säufer, der zur Heilung seines Alkoholismus immer neue Schnapssorten erfindet und behauptet, die würden ihn jetzt vom Saufen abbringen.

Dieser Staat sollte lieber selber einen Heiler suchen, bei den Menschen, die ihn ausmachen, um sich selbst in etwas zu transformieren, was den Menschen und ihren Bedürfnissen entspricht, also menschenwürdig ist. Er ist zur Zeit nämlich krank, sterbenskrank. Aber er braucht einen Heiler, der sich frei machen kann von dem Glauben, alle Bereiche des menschlichen Daseins sollten zentral von einer Stelle aus – dem Staat nämlich – reguliert werden.

Die geistige Tätigkeit der Menschen, also alles, was sich aus den individuellen Begabungen und Fähigkeiten der Menschen ergibt, ist individuell, und muss frei walten können. Dann wird auch der Mensch seine Fähigkeiten mit Freude in den Dienst der Allgemeinheit und der anderen stellen. Jedes Gesetz, jede Vorschrift, die hier angibt was und wie der einzelne zu sein und zu arbeiten hat, kann die volle Wirksamkeit des einzelnen Menschen nur behindern. Aber dies Gesetz der Freiheit gilt eben nur in Bezug auf die besonderen Begabungen und Fähigkeiten jedes Einzelnen.

Wieviel von seinem Individuellen er für die Allgemeinheit zu geben hat, das muss für alle Menschen gleich sein, also eine demokratisch festzulegende Rechtsregel, im Hinblick auf die vorhandenen Bedürfnisse der Menschen. Und das Wirtschaften ist dann eigentlich nur noch das Hervorbringen all dessen, was aufgrund der natürlichen Verhältnisse und der von den Menschen geleisteten Arbeit zur Befriedigung dieser vorhandenen Bedürfnisse möglich und nötig ist. Das kann nur in vertrauensvoller Zusammenarbeit im Blick auf die Gesamtheit des Bedarfs erfolgen.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit

So bekommen die drei Ideale der französischen Revolution eine genauere Bedeutung:

Freiheit im Gebrauch der individuellen Fähigkeiten, im geistigen Anteil aller menschlichen Tätigkeit also; Gleichheit bei der Regelung all dessen, was für jeden Menschen gleich ist (die Fähigkeiten und Begabungen sind ebenso nicht gleich wie die Bedürfnisse, also nicht Inhalt demokratischer Festlegungen); Brüderlichkeit im gemeinsamen Hervorbringen all dessen, was zur Befriedigung der insgesamt vorhandenen Bedürfnisse nötig ist, auf der Grundlage der natürlichen Gegebenheiten.

Man kann auf dieser Grundlage immer weiter denken, bis in viele Einzelheiten hinein. Das Konkrete wird immer von den tatsächlich vorhandenen Menschen, den Naturgegebenheiten und dem mehr oder weniger effektiven Umgang damit abhängen. Das ist dann eben das konkrete Leben, aus dem sich die Einzelheiten erst ergeben.

So können sich dann Lösungen finden für viele ernsthafte Probleme, vor denen die Menschheit steht. Der Anfang ist aber immer da, wo jeder Einzelne anfängt, umzudenken, und davon abkommt, die Arbeitskraft des Menschen ebenso als Ware anzusehen wie die Erde, die unser aller Leben erst ermöglicht, und wo die Achtung vor der Freiheit des Individuums – nicht seiner Willkür! – den rechten Ort bekommt.

Rudolf Steiner in den Katastrophen unserer Zeit

Solche Gedanken stellte Rudolf Steiner bereits Anfang des 20. Jahrhunderts, im allgemeinen Chaos nach dem ersten Weltkrieg dar und führte sie aus, unter dem Namen der „Dreigliederung des sozialen Organismus“ Sie wurden damals nicht berücksichtigt.

Die zweite Katastrophe folgte dann auch bald: die allgemeine brutale Barbarei der Mitte des 20. Jahrhunderts, die schlimmer wurde als die vorige Katastrophe, und die gipfelte im Abwurf zweier Atombomben in Japan. Auch damals wurden zumindest in Deutschland Gedanken laut, die an Rudolf Steiners Darstellungen anknüpfen wollten. Sie blieben unberücksichtigt.

Es ist offensichtlich, dass die kommende, auch durch die Handlungen der Mächtigen zur Zeit aktiv vorangetriebene Katastrophe (in vielen, in unseren Medien weitgehend unberücksichtigten Ländern ist sie bereits da) noch tiefgreifender und furchtbarer werden kann als alles bisherige, auf allen Gebieten: Natur, Gesellschaft, Wirtschaft – alles Leben auf der Erde. Wer sich standhaft weigert, eine Lebensweise zu ändern, die ganz offensichtlich auf Lebenslügen basiert (Käuflichkeit von Erde und Mensch, Mißachtung des freien Menschen) – die Menschheit insgesamt also, das heißt jeder Einzelne von uns – muss damit rechnen, dass die Katastrophen sich immer weiter aufschaukeln werden, und das Menschsein ganz allgemein vielleicht unmöglich machen werden.

Ist es nicht erstaunlich, was man alles an tiefen Betrachtungen aus so einem einfachen Satz hervorholen kann: „Die Pflicht ist erlaubt, der Spaß ist verboten“?

© Stefan Carl em Huisken 2021

1 Konsequent gedacht, müsste man dann allerdings auch festhalten, dass sie nichts Bedeutendes tun.

2 Unter „Demokratie“ wird hier allerdings nicht die derzeitig überall vorherrschende Parteien- und Funktionärsoligarche verstanden, die heute oftmals mit dem Wort bezeichnet wird. Diese Art der Beherrschung von Untertanen sollte wohl eigentlich mit dem Ende des 19. Jahrhunderts schon als überholt gelten; leider hat sich diese Einsicht bisher noch nicht durchgesetzt.