Werdegang

Em Huisken – Werdegang
Anfang

Der erste Schrei war wohl schon musikalisch. Jedenfalls lag ihm die Musik im Blut, und sein Elternhaus passte auch dazu. Der Vater – Schauspieler, Schriftsteller, Lyriker, Maler, Journalist – hatte als Hobby eine Gitarre, das Liederschreiben und das Schlagzeugspielen. Auf einer sehr kleinen Nordseeinsel fand er im Inselvogt einen Freund – und zugleich einen begnadeten Jazz- und Boogiepianisten. Ein Musikfilm über den Inselvogt folgte, und viele Sommerbesuche mit endlosen abendlichen Sessions – Em Huisken als Kind immer dabei, zuerst zuhörend, später aktiv.
Eigentlich wollte er ja dem Inselvogt mit seinem Klavier nacheifern – aber für einen Künstlerhaushalt war das ein paar Nummern zu groß – unbezahlbar, so ein Klavier. Als der Inselvogt eines Tages auf einem verstimmten, vielleicht auch verrosteten, ganz sicher jedenfalls alten Akkordeon etwas Grandioses spielte, war klar: so etwas muss es sein.
Und tatsächlich: buchstäblich vom Munde abgespart, gab es bald ein Akkordeon und den dazugehörigen Unterricht. Und Em Huisken bei den abendlichen Sommersessions als „Aktiven“ dabei.

Gitarre

Die Jahre gingen dahin, und es kam die Zeit, in der ein Akkordeon nicht wirklich imagefördernd wirkte: eine Gitarre musste her – elektrisch natürlich. Das Budget war eher noch knapper geworden, und so wurde getauscht: Akkordeon weg, Gitarre her. Ohne Verstärker ist so eine E-Gitarre ja leise. Mit dem Vorteil, dass man unbemerkt und ohne groß zu stören nächtelang üben kann. Jetzt entstanden die ersten Songs von Em Huisken. Die Aufnahme in die Rockband MAGARA, mancher Auftritt, und ellenlange Sessions im ersten Stock eines alten Torfwerkes folgten auf dem Fuß. Als es die Band dann auseinandertrieb – zu verschieden waren die teilweise sehr bewegten Lebensläufe – folgten wieder nächtelange Sessions, jetzt auf akustischen Instrumenten, völlig frei improvisierend, im musikalischen Gespräch mit ganz unterschiedlichen Freunden. Und die fanden, dass Em Huisken eine akustische Gitarre haben müsse, auch wenn er sie nicht bezahlen konnte. Als bei einem gemeinsamen unverbindlichen Besuch in einem renommierten Musikhaus eine solide Westerngitarre der Firma Epiphone am Musiker Em Huisken festwachsen wollte, zeigten die Freunde, was in ihnen steckt: sie legten zusammen, und die Gitarre ging mit. Sie ist heute noch dabei, wenn Em Huisken Musik macht.

Folk und Straßenmusik

Ein Lied nach dem anderen entstand, erst englisch- dann deutschsprachig. Das Leben führte ins Ruhrgebiet, in die Dortmunder Gegend, ins Krankenhaus in Herdecke, erst als Zivildienstleistender, dann als angestellter (autodidaktisch gelernter) Programmierer. Und in eine Gruppe junger Leute um den Musiker Pit Budde, einem der Gründer der Politrockgruppe „Cochise“. Ausgedehnte Straßenmusiknächte in der Düsseldorfer Altstadt folgten, und häufige Treffen, einfach nur zum Musikmachen. Der Wittener Folkclub war ja auch nicht fern, und auch hier fanden sich Anregungen und Auftrittsmöglichkeiten mit den eigenen Liedern. Nebenbei begegnete man Menschen wie Hannes Wader und Werner Lämmerhirt in fast familiärem Rahmen. War Em Huisken dabei auch nur einer unter vielen, so prägten solche Zusammenhänge und die miterlebten Konzerte doch nachhaltig.

Kein Musikstudium – wegen der Musik

Der Wunsch, Musiker zu werden, traf auf das harte System der deutschen Musikschulen: da musste man die notierte Musik vergangener Jahrhunderte erst einmal in ziemlicher Perfektion beherrschen, um überhaupt mit dem Studium beginnen zu können. Ein sehr ernsthafter Versuch, mit intensivem Konzertgitarrenunterricht (und Anfangsgründen im Blockflötenspiel), endete dann auch ohne Erfolg. Em Huisken wollte keine Noten spielen, sondern Musik machen. Junge Gitarrenschüler von Em Huisken sahen das genauso. Also wurden andere Wege verfolgt.

Lehrer – Volkstanzmusik

Wieder im Norden zurück, während des Lehrerstudiums in Bremen, fanden sich schnell wieder Musiker, mit denen gemeinsam (oder auch alleine) man in Bremer Kneipen und Studentenzusammenhängen auftreten konnte. Leider gab es ja keine Studienplätze für Musiklehrer. Also wurden es andere Fächer. Aber man konnte ja manche Veranstaltung zur Musik auch so besuchen, und für das Instrument gab es Privatlehrer.
An jeder Schule, an der er als Lehrer unterrichtete, gab er aber sehr bald und manchmal fast überwiegend: Musikunterricht, auch ohne offizielle Lehrbefähigung in diesem Fach. Und als er endlich im gesuchten Ostfriesland angekommen war – die Musik und die See gehörten immer fest zusammen – spielte er schnell in Folkloregruppen zum Volkstanz auf – erst Bass und Gitarre, bald aber auch wieder Akkordeon.

Bio-Händler

Erst als der Lehrerberuf gegen den des Bio-Lebensmittelhändlers eingetauscht wurde, musste die Musik sich einige Zeit mit dem reinen „Hobby“-Dasein begnügen. Nicht ganz – bald wurden Feste beim Bioladen organisiert, und da gab es natürlich Musik, auch von Em Huisken.
Aber wie es so ist, nichts bleibt wie es war. Auch der Biohandel fand ein Ende – und Em Huisken schaute sich um nach Ressourcen in seinem Leben, die noch nicht ausgeschöpft waren. Na, was wohl? Natürlich, endlich, die Musik. Seitdem gibt es den Berufsmusiker Em Huisken.

Musiker

Die ersten, unvergesslichen Begegnungen mit der Musik waren geprägt von der Nordsee und dem intensiven Groove der abendlichen Sessions. So ist es jetzt wieder: neu, angereichert durch vielfältige Lebens- und Musikerfahrungen. Erst gab es die Band „jank frison“, dann spielte Em Huisken eine Zeitlang bei der ostfriesischen Folkband LAWAY mit (u.a. Theatermusik 2011 und 2012), und nun führt ihn sein Werdegang zu „jank frison“. „jank frison“ nennt Em Huisken seinen eigenen, unverwechselbaren Stil, der friesische Tradition mit bretonischen und anderen keltischen Musikstilen zu etwas neuem verschmilzt. Und da ist noch lange nicht alles ausgeschöpft, was möglich ist. Ein Duo-Projekt gleichen Namens gibt es inzwischen auch wieder – siehe => Hier.

… und ausserdem

Die vielfältigen Lebenserfahrungen haben neben der Musik noch mehrere andere Betätigungsfelder für den Künstler und Denker Em Huisken eröffnet. Sein erstes Gedicht mit dem Titel „Der singende Hund“ entstand etwa zeitgleich mit dem Eintauchen in die Musik. Weitere, später entstandene Gedichte finden sich auf der Website unter dem Thema „Gedichte“.

Wenn der Vater nicht da war – das kam öfter vor – so wurden die Geschichten eben selber erdichtet, entweder alleine oder gemeinsam mit dem Bruder und Freunden. Lange, frei und oft aus dem Stegreif erzählte Fortsetzungsgeschichten – manchmal über Jahre – belebten den Unterricht des Lehrers. Inzwischen wird das eine oder andere auch aufgeschrieben – zum Beispiel im Em Huiskens erstem Buch „Geschichten vom Weltenrand“. 

Weil es ja keine Musik-Studienplätze gab, studierte Em Huisken Germanistik und Sprachwissenschaft. So entstanden die Grundlagen für das Erlernen neuer Sprachen: des Niederländischen und später des ostfriesischen Niederdeutsch, der „Oostfreeske Taal“.

Die Suche nach neuen Wegen im Leben führte schon in jungen Jahren nicht nur zur Kunst, sondern auch zur Geisteswissenschaft und zu Rudolf Steiner. Allerdings ging Em Huisken immer seinen eigenen Weg und mied alle Gruppen, die sich über das freie Individuum stellen wollen und irgendwelche feststehenden Lehren verbreiten möchten. Daraus ergaben sich Studien und Ideen zur Pädagogik, Beratungsaktivitäten und schließlich Vorträge, Kommentare und allerlei andere kleine Abhandlungen (z.B. die „Sonntagsgedanken“), die sich zum Teil auch auf dieser Website finden.

Eine Übersicht der verschiedenen Aktivitäten findet man auf Em Huiskens Website unter dem Punkt „Projekte“.